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Test: A Fisherman’s Tale für Oculus Quest

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Sehr gut!

Bob ist eine hölzerne Anglerpuppe, die in einer winzigen Fischerhütte lebt, aus dessen Perspektive, oder besser gesagt, mehreren Perspektiven, ihr es ins Obergeschoss eines Leuchtturms schaffen müsst, um auf eine Radio-Sturmwarnung zu reagieren. Vertigo Games und Innerspace VR haben Ende November das VR-Puzzle-Abenteuer «A Fisherman’s Tale» nun auch für die Oculus Quest veröffentlicht. Erschienen ist das verzerrte Realitätsspiel bereits im Januar 2019 und seither für PlayStation VR, HTC Vive, Oculus Rift und Windows Mixed Reality erhältlich. Wir haben das Märchen, das sogar mit deutscher Audiospur ausgestattet ist, für euch unter die Lupe genommen.

Oculus Quest Screenshot (3)

Es war einmal ein Häuschen und darin noch einmal ein Häuschen …

«A Fisherman’s Tale» stammt von Vertigo Games, dem Team hinter Arizona Sunshine und Skyworld, und wurde von Innerspace VR in Koproduktion mit Arte France und mit Unterstützung von CNC, Ville de Paris New Media Fund sowie BPI France entwickelt. Das Spielprinzip? Ihr seid ein wenig in dem Puppenhaus, könnt euch aber aus mehreren Perspektiven erleben. Der Clou: Auch im Innern das Häuschens befindet sich noch einmal ein Häuschen. Beim Blick durchs Fenster werdet ihr plötzlich einer grösseren Version eures Ichs gewahr. Das wirkt zunächst konfus, ist aber eine zentrale Spielkomponente in dem Puzzle-Abenteuer im brillanten Kinderbuch-Comic-Stil.

A Fisherman's Tale im Test

Worum geht es? Ziel des Spiels ist es, den Leuchtturm zu entfachen. Dazu müsst ihr es aber zuerst einmal ganz nach oben schaffen und so nebenbei allerlei Hindernisse überwinden. Wer «A Fisherman’s Tale» noch nicht kennt, dem fass ich das Spielprinzip an dieser Stelle kurz zusammen: Ihr müsst verschiedene Gegenstände finden und diese an Ort und Stelle einsetzen, damit sich jeweils ein neuer Spielabschnitt auftut. Das kann zum Beispiel ein lustiger Hut für einen Krebs im Bücherregal sein, der einen Schlüssel in seiner Schlüpfmuschel versteckt hält. Einmal müsst ihr auch eine ganze Wand beim Leuchtturm herausreissen, damit der als Trophäe fixierte Wandfisch wieder in sein kaltes Nass zurückfindet. Aber ich will euch an dieser Stelle nicht gleich alle Rätsel verraten.

A Fisherman's Tale im Test

Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes

Dabei seid ihr immer wieder aufs Neue mit den Grössenparadigmen eurer Umgebung konfrontiert. Hat die grosse Leiter irgendwo in verkleinerter Form Platz, damit ihr ein anderes Raum-Zeit-Kontinuum betreten könnt? Gibt es noch andere Wege, um Schiffs-Wrackteile als kleine Bausteine aus dem See herauszufischen, damit diese auf ein Modell passen, das ihr danach wieder vergrössern könnt? Mit solchen Fragen seid ihr immer wieder aufs Neue gefordert.

Fürsorglich begleiten euch zum Glück stets die Stimme eines Erzählers und die kurligen Spielfiguren. Neue Hinweise offenbaren sich auch, wenn man einen bestimmten Bereich näher betrachtet. Die Puzzles sind mittelschwer bis leicht. Es kann aber vorkommen, dass ihr auch einmal etwas länger nicht vorankommt. In diesem Fall lohnt es sich, immer wieder die Umgebung zu inspizieren und gedanklich mit den Grössendimensionen zu fantasieren oder ein Objekt an mehrere Stellen hinzuhalten, bis ein neues Indiz auf einmal Licht ins Dunkle bringt. Das alles geschieht in einer 360-Grad-Ansicht mit simpler Point-and-Click-Technik. Das Spiel ist daher auch sehr gut für Anfänger gut geeignet, die noch nicht so viel in der virtuellen Realität erlebt haben.

Das Ziel des VR-Märchens ist es, über die vier Kapitel ins Innere des Leuchtturms zu gelangen und schliesslich nach oben. Dazu müsst ihr es aber erst einmal durch alle Lecks und Hindernisse schaffen. Ein kleines Seemannsabenteuer mit einem Schiff ist ebenfalls mit von der Partie. Aber wir wollen nicht zu viel verraten. Die Spieldauer beträgt etwa eine Stunde, wenn ihr alle Rätsel am Stück lösen konntet. Aber uns gefiel der besondere Märchenstuben-Charme.

Sehr gute Oculus-Quest-Umsetzung

Was kann man zur Oculus-Quest-Version sagen? Ich habe die Edition auch mit der PC-VR-Version auf einer HTC Vive Cosmos verglichen. Allgemein wirken auf dem PC die Konturen wesentlich schärfer. Da aber das Spiel mit wenigen Polygonen auskommt und keine besonderen Lichteffekte vorkommen, sind die Unterschiede kaum zu erkennen, selbst wenn jemand den «A Fisherman’s Tale» schon früher einmal gespielt hat. Das Spiel ist eigentlich perfekt für die Oculus Quest geeignet und wir können gegenüber dem Original praktisch keine Abstriche ausmachen.

A Fisherman's Tale im Test

A Fisherman's Tale im Test

 

Fazit

Summary

Wer «A Fisherman's Tale» noch nicht gespielt hat, kann das jetzt auf der Oculus Quest nachholen. Zwar ist der Titel schon seit gut einem Jahr für PC erhältlich, jedoch fällt die grafische Abspeckung auf dem autarken Headset kaum ins Gewicht. Spielen könnt ihr auch sitzend. Der Preis von rund 15 US-Dollar ist fair. Cross-buy wird aber nicht unterstützt: Also, wenn ihr das Spiel schon auf der Oculus Rift habt, müsst ihr es ein zweites Mal kaufen. Wer eine Vive Cosmos hat, kann es auch im Viveport ausleihen, sofern ein Infinity-Abo vorhanden ist.

Pros

  • Schönes Märchen
  • Witzige Charaktere
  • Gute Oculus-Quest-Version
  • Inklusive deutscher Audiospur

Cons

  • Finden oder lange Geduld üben
  • Die meisten Rätsel sind einfach.