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Asgard’s Wrath im Test

91

Sehr gut!

«Taucht ein in die nordische Mythologie und werdet selber zum nächstgrossen asgard’schen Gott. Schärft eure Klinge im Schwertkampfspiel und hebt euren Kampfstil auf die nächste Stufe. Löst Rätsel und verwandelt Tiere in Kriegsbegleiter. Nehme den Kampf an, Asgardier. Ein VR-Abenteuer im Gottes-Massstab erwartet euch.»

So liest sich die Spielebeschreibung zu «Asgard’s Wrath» im Oculus Store. Aber ist es auch wirklich ein Gottes-Abenteuer? Es gibt guten Grund zu dieser Annahme, aber auch ein paar kleine Widersprüche zu dieser Gottesfähigkeit. Nach einem längeren Aufenthalt in der Mythenwelt von ist es nun doch an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

Asgard‘s Wrath im Test

Vor nicht allzu langer Zeit bescherte uns Bethesda mit «Skyrim» zuerst auf der PlayStation VR, eine komplette Umsetzung eines der grössten PC-RPG-Abenteuer aller Zeiten: für die virtuelle Realität. Wenig später erschien die VR-Portierung auch für den PC. Obwohl das riesige Computer-Rollenspiel schon acht Jahre auf dem Buckel hat, war es natürlich ein Hochgenuss, auf einmal die zahlreichen Dungeons und Schlossmaurn aus der kompletten 360-Grad-Egoperspektive wiederzuentdecken und dabei nicht nur in Nostalgie zu schwelgen, sondern auch mit Händen Pfeile und Schwerter zu bedienen. Wenn ich aber «Skyrim» nicht schon vorher gespielt hätte, wäre mir selbst dann aufgefallen, dass es für die VR-Unterstützung noch so einiges an zusätzlichen Optimierungen für die VR erfordert hätte: zu viele Optionspfade, zu lange Texte und überlappende Dialog-Mensch-Szenarien trübten den VR-Spielgenuss. Aber auch die Steuerung wurde auf allen Plattformen eins zu eins von der PC-Version adaptiert. Gut anderthalb Jahre später zelebriert nun seit wenigen Wochen mit «Asgard’s Wrath» ein speziell für VR entwickeltes Action-RPG sein Debüt im Oculus Store. Auf unserer Festplatte belegt das Abenteuer gut 125 Gigabyte. Laut dem Oculus Store soll man sogar besser mit 165 GB Speicherplatz rechnen.

Epischer Auftakt

Die Macher von «Asgard’s Wrath» scheinen es darauf angelegt zu haben, den Spieler schon von der ersten Szene an voll ins Geschehen hineinzuziehen. Ähnlich wie Sonys Vorzeige-Haudegen aus «God of War» seid ihr schon in der Introszene einer sehr spektakulären Schiffsschlacht ausgesetzt, in welcher ihr es mit Riesenkraken aufnehmt und diverse Ausweichaktionen ausführt. Auch die Musik hat etwas sehr Orchestrales, Polderndes.

Aber zum Glück geht es in «Asgard’s Wrath» nicht nur primär um verzankte Götter und Nonstop-Hack-and-Slay-Gerangel, sondern natürlich in erster Linie ums Erlangen zahlreicher Fähigkeiten, um im Kampf zu bestehen und neue Pfade freizulegen. So werdet ihr auch ganz viele Gegenstände aufsammeln, mannigfaltige Gegnerwaffen kombinieren, Tränke brauen und Dialoge in der mythischen Nordsagen-Welt führen. Damit aber nicht genug.

Asgard's Wrath im Test

Viel zu entdecken

Wie für ein RPG üblich müsst ihr eine Reihe von Aufgaben einer Haupt-Quest-Story bewältigen und mit Dialogen interagieren. Die ganze Sagenwelt ist riesig, sodass ihr euch auch hier auf einer obligaten Weltkarte herumbeamen könnt. Letzten Endes geht es ums «Hochleveln», um mit besseren Rüstungen und Waffen die zombieartigen Gegner mit präziser Effizienz zu erledigen. Natürlich auch, um weiterzukommen. So werdet ihr gleich zu Beginn nach einem Rufhorn suchen müssen, um ein Fabelwesen vor einer Eingangspforte einer anderen Welt vertreiben zu können. Was aber «Asgard’s Wrath» speziell macht: Mit der Zeit werdet ihr auch mehr Gefolgschaft haben, die euch im Kampf unterstützt. Dazu morpht ihr euch in eine Gottgestalt und sucht euch Tiere aus, die durch eure göttlichen Finger zu mächtigen Kriegsverbündeten werden. Das Abwehren und Zuschlagen in der virtuellen Realität macht derart Laune, dass ich einmal versehentlich einen Valve-Knuckles-Controller gegen ein Bücherregal geschlagen habe. Die Gegner sind aber meistens nicht so schwer oder scheinen nicht von der schlausten KI gesegnet zu sein.

Asgard‘s Wrath im Test

Insgesamt sind es etwa zehn tierische Kämpfer, die zu eurer treuen Heerschar mutieren und euch auf Einzelkommando im Kampf und beim Überwinden der bevorstehenden Pfad-Hindernisse mit ihren Tugenden beistehen. Eure wagemutigen Begleiter werden euch auf Schritt und Tritt folgen, für euch kämpfen und euch auch dann beiseite stehen, wenn ihr eine brenzlige Stelle nicht passieren könnt. Wenn ihr zum Beispiel vorher keine Rüstung hattet, um Flammen abzublocken, übernimmt das nun die humanoide Schildkröte mit ihrem Panzer. So ähnlich geht das auch in späteren Spielumgebungen zu und her. Soll beispielsweise eine Plattform über ein Windrad nach oben bugsiert werden, ruft ihr, sobald ihr sie erlangt habt, nach einer Vogelgestalt, die euch den Wind ins Triebwerk pustet.

Nicht ganz ausbalancierte Elemente

Die Welt von «Asgard’s Wrath» ist nach vier Hauptregionen aufgegliedert, in denen ihr verschiedene Dungeons und grössere Fieslinge antreffen werdet. Zudem könnt ihr euch in eine Gottestgestalt verwandeln, sobald ihr die Embleme zu den jeweiligen Altaren gebracht habt.

Meist geht es darum, ein Hindernis aus dem Weg zu räumen, eine Brücke zu reparieren oder ein Tier aufzuspüren, das durch eure Gotteshände zu einem menschähnlichen Kämpfer erstarkt. Allerdings wirkt das Spielelement mit den Gotteskräften ein wenig mager, weil es auf göttlicher Sphäre gar nicht so viel zum Schalten und Walten gibt. Auch bei den Dialogen ist aber nicht ganz so viel Tiefgang wie in «Skyrim» geboten. Als nervig empfand ich zudem die vielen Trainiungsunterbrüche für grundlegende Kampffunktionen. Man hätte aus meiner Sicht eher die anspruchsvolleren Kampffähigkeiten wie Paring-Attacken als Übungseinlage einblenden können und elementare Aktionen wie Schwerthiebe und Wurfaktionen während der Erkundung der Hauptspielwelt erklären können.

Asgard‘s Wrath im Test

Getestet auf Valve Index, Oculus Rift und Vive Cosmos

«Asgard’s Wrath» ist zwar ein Oculus-Titel, aber hat sich in unserem Test am besten auf der Valve Index über den Revive-Mod gespielt. Es sind vor allem die Valve Knuckles Controller, mit denen ihr dank des Fingertrackings auf ganz natürliche Weise die Gegenstände in die Hände nehmen könnt. Das fühlt sich sehr intuitiv an, wenn man Waffen aufnimmt oder nach einem Trank aus dem Inventarmenü greift. Ansonsten ist die Steuerung ganz den Oculus Touch Controllern nachempfunden und ihr werdet das Aventure natürlich auch perfekt auf der Oculus Rift oder Rift S spielen können. Ihr könnt zwar auf der Valve Index – für noch mehr Genuss – die Bildfrequenz hochschrauben, aber wir hatten trotz einer GeForce GTX 2080 Ti zeitweise mit vereinzelten Stabilitätsproblemen und Abstürzen zu kämpfen. Leider noch nicht unterstützt werden die Cosmos Controller, obwohl sich das Spiel auf der neuen Vive Cosmos auch starten lässt. Schade. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Spannend wird es auch für Spieler, die vielleicht nur eine Oculus Quest besitzen. «Oculus Link» wird im November als Software-Update an Quest-Nutzer verteilt. Danach wird man die VR-Brille per USB-3.0-Kabel mit einem PC verbinden können, um die PC-VR-Spiele zu zocken, vorausgesetzt, die PC-Hardware kann mithalten.

Fazit

Summary

25 Stunden Story und eine grosse Welt voller nordischer Mythen, gepaart mit vielen Tränken, Nebenquests und Waffen: Ein Abenteuer in diesem Umfang bei so viel technischer Perfektion haben wir selten in der VR-Landschaft gesehen. «Asgard's Wrath» ist wohl das bis dato beste VR-Action-RPG. Man könnte auch sagen: Es ist das beste VR-Spiel, das wir bis jetzt gezockt haben.,

Pros

  • Packende Story, riesige Welt und fesselnde Spielkulissen
  • Mehr als 25 Stunden Quests und Nebenquests
  • Intuitives Training der Kampfaktionen
  • Tierische Spielgarde für noch mehr Abwechslung
  • Audiovisuell eindrückliches Abenteuer

Cons

  • Etwas wenig Tiefe beim Kampfsystem und beim God Mode
  • Vereinzelte Objekt-Kollisionsprobleme
  • AI-System der Gegner wirkt noch ein wenig unausgewogen.

Bewertung im Detail

  • Präsentation
  • Sound
  • Gameplay
  • Umfang
9.1 10 Sehr gut!