Iglu 360-Grad-Film

Neuer Experimentierraum für 360°-Projektionen und Virtual Reality

Seit Kurzem steht in den Räumlichkeiten des Instituts für Multimedia Production ein Iglu, in welchem 360-Grad-Filme für bis zu zehn Zuschauende projiziert werden können. Dieses Iglu wir als Experimentierlabor genutzt, um Fragen zur Narration und Gestaltung in real gefilmten oder virtuellen 360-Grad-Räumen und immersiven Erlebnissen zu klären.

Am Institut für Multimedia Production werden sowohl in der Lehre als auch in der Forschung kontinuierlich neue Technologien getestet und in verschiedenen Projekten eingesetzt. Der neuste Clou ist ein Iglu, in das 360-Grad-Filme projiziert werden.

Technisch betrachtet handelt es sich beim Igloo Dome um eine 360-Grad-«Leinwand» mit einer Höhe von 2.50 Meter und 6.00 Meter im Durchmesser. Diese wird von fünf synchronisierten Hochleistungs-Beamern bespielt. Dies ermöglicht eine permanente Rundumsicht für beispielsweise 360-Grad-Fotos, -Filme oder interaktive Anwendungen.

Als Auftaktprojekt entstanden drei Produktionen für das Iglu:

FHGR-Imagefilm

Eine der Produktionen hatte zur Zielsetzung, einen Imagefilm über die FH Graubünden zu erstellen, welcher insbesondere künftige Studierende ansprechen soll , aber auch interessant und informativ für ein breites Publikum ist.

Um die Informationsvermittlung möglichst persönlich zu gestalten und gleich von Beginn an Nähe zum Publikum zu schaffen, wurde entschieden, eine junge Protagonistin einzusetzen, welche die Zuschauenden auf eine Besichtigungstour mitnimmt. Produktionstechnisch vermutete das Team, dass eine reine Aneinanderreihung von 360-Grad-Szenen in einem Headset zwar gut funktioniert, aber in einem Cave zu wenig abwechslungsreich ausfällt und nicht den nötigen Drive aufweist, um eine junge und technik-affine Zielgruppe zu packen. Dennoch sollte der gesamte 360-Grad-Raum ausgeschöpft werden können. Auf Basis dieser Überlegungen entschied sich das Team, beim Storyboarding die Projektionsfläche des Caves in fünf Bildausschnitte (Monitore) zu zerlegen. Bei den Szenenkompositionen wurden dann abwechslungsweise nur einzelne Monitore eingesetzt, manchmal zwei gegenüberliegende oder alle fünf Monitore gleichzeitig. Bei den 360-Grad-Einstellungen wurde versucht, die einzigartigen Möglichkeiten dieses Mediums zu nutzen. Entsprechend wurde auch mit ungewohnten Perspektiven experimentiert.

Inside MMP

Die Produktion Inside MMP (MMP = Multimedia Production) bietet einen immersiven Einblick in das Bachelorstudium und soll an verschiedenen Bildungsmessen gezeigt werden. Viel diskutiert wurde während der Konzeption und Produktion die Lenkung der Aufmerksamkeit der Zuschauerinnen und Zuschauer, die nicht mehr in einer frontalen Bühnensituation sind, sondern vom Geschehen umgeben werden, so dass alle wichtigen dramatischen Momente wahrgenommen werden und dennoch jeder seinen ganz persönlichen Ausschnitt der 360-Grad-Geschichte sieht. Die zentrale Idee war, dass sich um die Betrachtenden herum das Geschehen entspannt. So sitzen die Zuschauenden unter anderem mitten im Seminarunterricht, stehen mitten in einer Studio-Filmproduktion und erleben ein Briefing der Eventgestaltungs-Studierenden auf einem internationalen Grossanlass in Zürich mit.

Interaktives Projekt

Das Team des Moduls Visualisieren war zuständig für die Umsetzung einer interaktiven Echtzeitanwendung, welche zum Ziel hatte, die Arbeiten der Studierenden eindrücklich im Dome des Iglus in Szene zu setzen. Das Team entschied sich für knapp hundert animierte 3D-Fische, welche von den Studierenden in einem vorherigen Modul gezeichnet wurden. Es handelte sich dabei um animierte Fische, welche in eine Unterwasser-Szene integriert wurden, in welcher die Fische pausenlos um den Betrachter kreisen. Im Hintergrund läuft Musik, auf welche die Fische reagieren und je nach Frequenzanalyse mal schneller und mal langsamer schwimmen. Des Weiteren erscheinen in Luftblasen Texte, welche von den Studierenden stammen, um dem ganzen nochmals einen persönlicheren Anstrich zu verleihen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer können mit den Fischen interagieren, indem sie ein kleines U-Boot steuern und so deren Bewegung beeinflussen.

Es war ein erster Versuch, mithilfe der Game Engine Unity, interaktive Inhalte für das Igloo zu produzieren.

Quelle: suedostschweiz

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