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ETH-Forschende entwickeln VR Mentaltraining

Myflow VR

In welchem mentalen Zustand erreichen wir unsere beste Leistung? Zwei Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeiten an einer Software, bei welcher die VR zum Einsatz kommt, welche die mentale Leistungsfähigkeit anzeigt und trainiert. Derzeit wird ihre Technology MyFlow an Leistungssportlern erprobt. Die Forschenden wollen demnächst ein Start-up gründen.

Die an der ETH Zürich entwickelte Software MyFlow soll dabei helfen, konzentriert zu bleiben. Die Software misst den Erregungszustand unseres Gehirns und stellt ihn auf einer Skala grafisch dar. Wissen wir um unseren aktuellen Erregungszustand Bescheid, so können wir lernen, ihn zu regulieren – hin zum gewünschten Optimum.

Der ETH-Pioneer Fellow Marc Bächinger entwickelt derzeit die Software technologisch weiter. Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Sarah Meissner ist für die wissenschaftliche Validierung zuständig. Die beiden wollen ihr Produkt in spätestens sechs Monaten mit einem eigenen Start-up auf den Markt bringen.

Eyetracking zeigt Erregungszustand

Ein erstes Pilotprodukt nutzt die Software auf einer sogenannten Virtual Reality Brille. Setzt man sie auf, gibt ein Zeiger auf einer Art Tacho den Erregungszustand an. Dieser soll dann mittels gedanklicher Strategien im virtuellen Raum gesteuert werden.

MyFlow funktioniert verblüffend einfach: ein Eye-​Tracker liest mithilfe einer Infrarot-​Kamera sozusagen von unseren Augen ab, ob wir in der Verfassung für Spitzenleistungen sind. Für den Erregungszustand ist im Gehirn unter anderem der Botenstoff Noradrenalin verantwortlich. Dieser wird in einem Teil des Hirnstamms, dem Locus Coeruleus, produziert. Dessen Aktivität wiederum lässt sich an unseren Pupillen ablesen. «Sind wir angespannt, gestresst oder gar panisch, vergrössert sich unsere Pupille», erklärt Bächinger. «Werden wir hingegen schläfrig, verkleinert sie sich.»

Das Potenzial möglicher Anwendungen ist gross: es reicht von Trainingsgeräten für Sportler über medizinische Therapien (z.B. Stress) bis zu einer Handy-​App mit Entspannungs-​Übungen für den Alltag.

Darüber hinaus soll es künftig möglich werden, über eine App am Handy in Echtzeit Rückmeldung zum eigenen mentalen Zustand zu erhalten, erklärt Bächinger. Das sei eine technologische Herausforderung, aber machbar.

Ihren Markteinstieg planen die beiden Forschenden mit einem Mentaltraining für Sportlerinnen und Sportler. Mithilfe ihrer Rückmeldungen wollen sie die Software so verfeinern, dass sie demnächst an erste Kunden verkauft werden kann. Dafür haben sie unter anderem eine sportartübergreifende Pilotstudie am nationalen Sportzentrum in Magglingen beantragt.

Beim Industry Day der ETH am 8. September können Interessierte aus der Industrie MyFlow ausprobieren. Dort präsentieren insgesamt 80 Forschende, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Studierende ihre Arbeiten.

Quelle: MM

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