Blick Metaverse

Ringier-CEO-Avatar wirbt für Metaverse

Rund 300 Ringier-Mitarbeitende haben ihre Mittagspause am vergangenen Montag ins Zürcher Kunsthaus verlegt. Mithilfe seines Avatars stellte Marc Walder der Belegschaft in 19 Ländern die Jahreszahlen vor – und führte sie ins Metaverse ein. Zudem kündigte der CEO die Sports Media Group an.

Es war eine Show, wie man sie sich im Silicon Valley vorstellt. Gedimmtes Licht, laute Musik, ein Countdown zeigt die letzten Minuten bis zum Start an. Von den rund 6400 Mitarbeitenden, verteilt in 19 Ländern, sind rund 300 der Einladung zum Mitarbeiter-Event im Kunsthaus in Zürich gefolgt. Der Rest hatte die Möglichkeit, die Veranstaltung online mitzuverfolgen. Anstatt Marc Walder persönlich auf der Bühne erscheint sein Avatar auf der Leinwand und begrüsst die Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort und online. Der Avatar symbolisiert an diesem Event den Fokus der Veranstaltung: das Metaverse. Der Sprung dorthin sei der nächste grosse Schritt, so der CEO.

«Hello from the real me», sagt Walder und tritt auf die Bühne. Zu seinem Avatar witzelt er: «Avatare sehen oftmals anders und jünger aus als Menschen in echt. Bei meinem ist gleich beides der Fall.»

73 Prozent aus digitalen Geschäften

Nach der Begrüssung übernimmt Ringier-Finanzchefin Annabella Bassler – oder besser gesagt ihr Avatar – das Wort. Das Jahresergebnis 2021 wird präsentiert. Es sei ein Rekordjahr, weil das Ergebnis – seit sich Ringier im Jahr 2008 der digitalen Transformation verschrieben habe – nie besser ausgefallen sei.

Eine für Marc Walder wichtige Zahl, wie er später am Hintergrundgespräch mit verschiedenen Journalistinnen und Journalisten betonte, bleibe für ihn der Anteil am Gewinn aus digitalen Geschäften. Bei 73 Prozent lag dieser Wert im letzten Jahr. Alles, was über 70 Prozent liege, sei sehr gut, fügt er an.

Erste GL-Sitzung im Metaverse

Viel Potenzial sieht Marc Walder auch im Metaverse, wie er an diesem Tag mehrfach erwähnt. An der Speak fordert der CEO die Mitarbeitenden auf, erste Erfahrungen zu sammeln, um sich auf die Zukunft vorbereiten zu können. Als Beispiel lässt der CEO Einwähltöne erklingen, die in den 90er-Jahren zu hören waren, wenn man sich ins Internet einwählte. Er sagt: «An diesem Punkt stehen wir heute in Bezug auf das Metaverse.» Was hier in den nächsten Jahren passieren werde, sei «superrelevant» – gerade für ein Medienunternehmen.

Ringier GEB im Metaverse

Walder erzählt begeistert von der ersten Ringier-Geschäftsleitungssitzung im Metaverse (siehe Bild oben). Es gehe darum, zu erfahren, wie sich so ein Treffen anfühle, wie man höre, wie man spreche. Konkrete Projekte erwähnte er nicht. Eignen würde sich eine Präsenz für Ringier aber etwa für die Immobilien-Plattformen. Die Besichtigung einer ausgeschriebenen Wohnung könnte etwa im Metaverse stattfinden. Der Blick wiederum würde innerhalb der digitalen Welt gesehen und konsumiert.

Für Verleger Michael Ringier sind die Metaverse-Avatare bisher noch «etwas kindische Figürchen», wie er auf der Bühne im Interview mit Steffi Buchli, Chefredaktorin Blick Sport, sagt. Er könne sich noch nicht recht vorstellen, ob das wirklich funktioniere, lasse sich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Quelle: Persönlich

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