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Raw Data: der beste VR-Shooter?

88

Empfehlenswert!

Update: Nun konnten wir auch die PlayStation-VR-Version von Raw Data mit den PC-Versionen vergleichen. Die PSVR-Version geht offiziell am 18. Oktober im europäischen PSN Store an den Start. Ob das Game auch gleichzeitig bei uns in den Laden des Schweizer PlayStation Network gelangt, konnten mir die Entwickler noch nicht nicht sagen. Das Update findet ihr am Ende des Beitrags.

«Raw Data» ist nichts für zarte Gemüter. Auf jeden Fall solltet ihr bei dem intensiven Shooter einen VR-Ausflug vor dem Zubettgehen vermeiden. Sonst müssen sich erst die Hormonsäfte des Körpers für eine Weile einpegeln. «Raw Data» von Survios gibt es seit 15 Monaten als Early-Access-Titel. Schon die frühe Version offerierte knallharte Schiess-Action gegen zahlreiche Roboter und Drohnen, die von Skynet stammen könnten. Ein weiterer Wave Shooter, könnte man meinen. Aber die Mixtur aus Terminator-2-Arcade-Feeling und Matrix-Gefühlen wie zeitversetzten Ausweichmanövern machen das Ganze zu einem sehr aufregenden Erlebnis. Inzwischen gibt es die finale Fassung, die sowohl allein als auch kooperativ gespielt werden kann, in der Full-Release-Ausgabe für die HTC Vive und Oculus Rift. Am 11. Oktober folgt zudem noch eine Umsetzung für die PlayStation VR.

Robo Recall lässt grüssen

Als ich vor gut einem Jahr das erste Mal «Raw Data» auf der HTC Vive in der Early-Access-Version gespielt habe, war mein erster Gedanke: Wow, das hat mich jetzt doch ziemlich geflasht. Ausweichen und ducken hinter Säulen, Drohnen herunterholen, Mech-Feuergeschosse zurückdonnern: So etwas hat noch nicht in dieser Inentsität in einem Spiel erlebt. Also können wir dem VR-Wegweiser gleich 100 Punkte geben? Nein. Da gab es zu Beginn noch viele Tracking-Probleme und aus meiner Sicht unausgewogene Schwierigkeitsgrade. Nach regelmässigen Nachlieferungen neuer Levels und Bugfixes präsentiert man die Entwicklung nun in der fertigen Ausgabe.

Die Story von Raw Data ist eher ein wenig dünn gesät und nicht so spannend, aber dank vieler cineastischer Zwischensequenzen sehr gut umgesetzt. Kurz: Man befindet sich quasi als Hacker auf einer geheimen Mission, um Daten zu ergattern und muss dazu natürlich an vielen Wachrobotern vorbei.

Da ist neu in der finalen Version

Eine grosse Bereicherung ist ein Versus-Modus (PVP). Dieser lief auch während der Closed-Beta-Phase vor ein paar Monaten recht geschmeidig und ist eine nette Abwechslung für zwischendurch. Fast mehr Spass bereitet mir allerdings der Coop-Mode, obwohl ich dort auch schon zusammen mit einem virtuellen Freund angesichts einer immensen Gegnerzahl kurz vor dem Spielende rausgeflogen bin. Weiter dazu gekommen sind neue Inhalte wie die zehnte Mission mit einem finalen Boss. Ich will an dieser Stelle noch nichts zum Endgegner spoilern (aber der Endboss ist grafisch ziemlich eindrücklich). Wenn ihr ihm nicht zu früh begegnen wollt, ist vor Beenden der Single-Spieler-Kampagne vielleicht ein wenig Zurückhaltung angesagt, wenn euch andere Spieler zu einer Coop-Mission einladen wollen. Auf jeden Fall läuft das ganze Steam-VR-Spiel jetzt einiges stabiler als zuvor und man hat nicht mehr die ständigen Tracking-Fehler herumschwebender Waffen.

Vier Helden

Zehn Kampanien-Mission warten auf euch, in denen ihr Horden von Robotern besiegen und es jeweils durch verschiedene Phasen («Waves») schaffen müsst. Ihr bewegt euch wie in anderen VR-Shootern mittels Point-to-Point Locomotion fort, indem ihr mit den Oculus oder Vive Controllern auf den Boden zielt. Dazu kommen Spezialfähigkeiten, die ihr mit der Zeit erwerbt, abhängig davon, für welchen der vier Hauptcharakter ihr euch entscheidet. Eurer Verteidigung dienen zusätzlich automatische Geschütze und Schilder, die ihr zu Beginn oder jeweils zwischendurch in einem Spielabschnitt platziert.

Meister «Bishop» hat seine zwei Pistolen, mit denen er alternativ zu einem schnellen Blitzkugelhagel («Bulletstorm») nachladen kann. Besonders cool: Mit «Time Warp» hat der Protoganist eine Max-Payne-ähnliche Geheimwaffe in petto, um den Geschossen in Slow Motion auszuweichen. Da wäre noch ein fauststarker Glatzkopf namens «Boss» mit einer langsamen, aber wirksamen Shotgun. Mit von der Partie sind ausserdem der Cyberninja «Saija» mit seinem Katana-Schwert und ein Held namens «Elder», der eine futuristische Armbrust im Gepäck hat.

Das Gute an der Auswahl: Je nach Charakter und Schwierigkeitsgrad kommt man gerne wieder einmal zurück und bestreitet die Single-Player-Missionen erneut. Allerdings hätte ich mir etwas mehr Balance aus Schusswaffen und archaischen Hau-Werkzeugen gewünscht. Immerhin ist der einfachste Schwierigkeitsgrad nun auch wirklich so einfach, dass er sich für Casual Gamer eignet. Zuvor hatte ich den Eindruck, als wären auch die einfachen Stufen sehr hart. Den Schwert-Roboter wähle ich persönlich selten, um VR-Unfälle mit einer Wandkollision zu vermeiden, wie es mir bei dem Ninja-Game «Sairento VR» schon ein paar Mal widerfahren ist.

Update (15.10.2018): PSVR-Version im Vergleich

Nachdem ich nun länger die HTC-Vive-Version gespielt habe, war ich doch sehr neugierig, wie gut der Titel auf Sonys Konsolen-Headset funktionieren kann. Kurz: Das Tracking ist, wie gewohnt, einiges schlechter, aber passabel. Die Grafik überzeugte mich auf der PS4 Pro, obwohl es auf weite Distanz schon etwas schwammiger wird. Ihr spielt mit den beiden Move-Controllern. Dennoch muss ich zugeben, dass auf PSVR leichte Abstriche gemacht werden mussten. Während das Headset durch seine LEDs am Hinterkopf erfasst wird, können die Move-Controller nicht getrackt werden, wenn wir mit dem Rücken zur Kamera stehen.

Dazu haben die Entwickler eine Funktion eingeführt, mit der die Perspektive über Viertelkreisbewegungen bei Bedarf auch schnell um 180 Grad gedreht wird. Daran gewöhnt man sich. Die ständige Pop-up-Einblendung mit den Richtungspfeilen hätte es aber meiner Ansicht nach nicht gebraucht. Auf der PSVR gibt es, wie erwartet, nur die Single Player Campaign ohne Online-Kooperation oder Versus-Gefechte. Alles in allem muss ich sagen, ist Survios die Konsolen-Umsetzung gelungen. Wer kein PC-VR-Headset besitzt, aber gerne PSVR-Shooter spielt, sollte frühestens ab dem 18. Oktober ab und zu beim PSN Store reinschauen.

Offizieller Launch-Trailer:

 

 

Fazit

Summary

Die einzelnen Missionen in Raw Data hätten vielleicht etwas kürzer ausfallen können. Was aber zählt, ist die Robo-Recall-ähnliche Arcade Action, bei der man sehr viel ausweichen, ducken und auch Gegner vom Himmel herunterballern muss. Ein Weg in die richtige Richtung.

Pros

  • Präsentation mit «Hollywood»-Feinschliff
  • Zehn Missionen für ca. sechs Stunden Spielspass
  • Coop-Mode, PVP-Mode
  • Vielzahl von Gegnern

Cons

  • Story könnte noch atmosphärischer sein
  • Teilweise etwas repetitiv (zu viele «Waves)

Bewertung im Detail

  • Gameplay
  • Sound
  • Umfang
  • Preis / Leistung
8.8 10 Empfehlenswert!

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