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Das Bourbaki Panorama – der Urformen von Virtual Reality

Bourbaki Panorama

Am 1. Februar 2021 jährte sich die Internierung der Bourbaki-Armee zum 150. Mal. Im Winter 1871 bewältigte die Schweiz die grösste Flüchtlingsaufnahme ihrer Geschichte. Zehn Jahre später erzählt das Rundbild Bourbaki Panorama – das als Urform von VR bezeichnet wird – das Grossereignis in beeindruckender Weise.

Das Rundbild «Bourbaki Panorama» – 1881 von Edouard Castres gemalt – betont die Kooperation von Staat, Armee, Hilfswerken und Zivilbevölkerung und eine beim jähen Zusammentreffen mit Fremden selbstverständlich gelebte Solidarität. Was der Pionier zusammen mit seinem Malerteam – darunter auch der junge Ferdinand Hodler – in Öl auf die Leinwand brachte, darf heute als eine der Urformen von Virtual Reality beschrieben werden.

Medium Panorama

Panoramen – eine Kunstproduktion des 19. Jahrhunderts – bestechen durch ihre immense Grösse und ihre ausgeklügelte Illusionsoptik: Die 360°-Rundsicht und das Ausblenden des Bildrandes suggerieren den Eindruck von Unendlichkeit und schaffen damit optimale Voraussetzungen zum immersiven Eintauchen ins Bildgeschehen: Besuchende lassen das Auge wandern, als ob sie sich im Freien aufhalten. Keine Begrenzung durch einen Rahmen stört seine Illusion. Das Panorama erzeugt mit den traditionellen Mitteln der bildenden Kunst einen Illusionsraum, um die Betrachtenden in eine raum- und zeiteinheitliche Darstellung zu versetzen. Diese Bildform existiert durch sämtliche Epochen der Kunstgeschichte.

Erinnerung vermitteln

Das Bourbaki Panorama ist ein einzigartiger Erinnerungsort. Es verbildlicht Hunderte von Schicksalen inmitten der bewegenden und krisenhaften Begegnung vieler Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur. Nebst den historischen Ereignissen werden im Museum auch aktuelle Themen bearbeitet, erlebt und reflektiert. Es bietet damit eine Plattform für gesellschaftsrelevante Themen wie Flucht und Migration, Humanität und Solidarität, aber auch Rollenbilder sowie Immersion und Virtual Reality.

In einem unserer Beiträge wurde das Panorama schon in Verbindung gestellt mit 360° Filmen gestellt.

Anlässlich des Erinnerungsjahres 2021 lädt das Museum Bourbaki Panorama ab 11. Mai 2021 mit der Sonderausstellung «Über Grenzen» zu einer aktuellen Auseinandersetzung mit Grenzen und Grenzerfahrungen in unterschiedlichsten Kontexten. Es verdeutlicht damit die Ambivalenz von Grenzüberschreitungen zwischen Herausforderung und Bereicherung. Und zeigt zuweilen auf, dass Grenzen nicht nur trennen, sondern auch verbinden.

Quelle: Presseportal

 

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