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Pinterest experimentiert mit Augmented Reality

Nachdem Pinterest in den USA zu Beginn des Jahres zur drittgrössten Social-Media-Plattform aufgestiegen ist, geniesst das Unternehmen aktuell ein Momentum. Das scheint die US-Firma nun zu nutzen – und startet sogleich einen Augmented-Reality-Testlauf. Künftig sollen Pinterest-Nutzer bestimmte Produkte virtuell anprobieren, bevor sie sie kaufen.

Augmented-Reality-Anwendungen sind inzwischen aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken. Die neue Pinterest-Funktion nennt sich „Try On“ und basiert ebenfalls auf der Augmented-Reality-Technologie. Heisst konkret: Nutzer können damit ein Produkt virtuell, also über ihre Smartphone-Kamera, testen beziehungsweise anprobieren, bevor es im Warenkorb landet.

Alles beginnt mit einem Lippenstift

Zu Beginn des Tests ist das erst einmal nur mit Lippenstiftfarben möglich, allerdings sollen weitere Funktionen folgen. „Millionen von Menschen“ würden jeden Monat auf Pinterest nach Beauty-Ideen suchen, begründet das Unternehmen diesen Vorstoss. Mit Augmented Reality soll ihnen der Auswahlprozess erleichtert werden. Die „Try On“-Funktion für Lippenstiftfarben ist derzeit allerdings nur in den USA auf iOS und Android verfügbar, soll aber in Zukunft weltweit eingeführt werden.

Um die neue Funktion zu nutzen, muss man die Pinterest-Kamera in der Suche öffnen, auf Try On klicken, um verschiedene Farbtöne zu finden und upswipen, um zum Shop von Marken wie Estée Lauder, Sephora, Bare Minerals, Neutrogena, Lancome und Urban Decay zu gelangen. Pinterest hat angekündigt, auch die Funktion für den Hauttonfilter zu integrieren, so dass Nutzer ähnliche Lippentöne auf unterschiedlichen Hauttönen sehen können, die zu ihren eigenen passen.

Immer schön authentisch bleiben

Ziel ist es dabei, dass „die Nutzer ihr authentisches Selbst sind“, weshalb die Plattform keine künstlichen Gesichtsbearbeitungsfilter integriert hat. „Mit Try on siehst du wie du selbst aus: ganz ohne hautglättende oder verändernde Effekte (wie sie bei manchen anderen Augmented-Reality-Technologien an der Tagesordnung sind)“, heisst es in der Mitteilung.

Pinterest hatte zuletzt ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Zum Ende des vergangenen Jahres zählte die Plattform laut E-Marketer insgesamt 82,4 Millionen monatlich aktive Nutzer in den USA. Snapchat kommt nur auf 80,2 Millionen. Es ist das erste Mal, dass Pinterest mehr US-Nutzer als Snapchat aufweist. Grund dafür ist das zuletzt starke Wachstum von 9,1 Prozent, im Gegensatz zu Snapchats Wachstum von lediglich 5,9 Prozent.

Auch im Werbemarkt hat man sich bei Pinterest viel vorgenommen. Der seit April amtierende DACH- und Nordeuropa-Chef Philip Missler lässt keinen Zweifel daran, dass er an die grossen Budgets will: „Viele unserer Werbepartner arbeiten mit uns daran, ein skalierbares Geschäft aufzubauen. Das würden sie nicht tun, wenn sie in Pinterest nicht einen wichtigen Partner für die Zukunft sehen würden“, sagte der ehemalige Amazon-Manager im Sommer 2019.

Quelle: Horizont / T3N / digitaltrends

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