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Test: Concrete Genie für PSVR

Concrete Genie im Test

Bei «Concrete Genie», über dessen Ankündigung wir schon berichteten, handelt es sich um ein PS4-exklusives Action-Adventure der amerikanischen Sony-Spieleschmiede Pixelopus. Protagonist des Spiels ist der junge Ash. Die einst schöne Küstenstadt Denska wurde vor einiger Zeit von einer mysteriösen Dunkelheit befallen und ist seither zu einer öden Hafengegend verkommen.

Ash vertreibt seine Zeit in der tristen Hafenstadt am liebsten mit Pinseleien in seinem Malbuch. Bis er eines Tages von einer Gruppe jugendlicher Vandalen konfrontiert wird, die ihm auch sein Notizbuch aus den Händen reissen. In eine Seilbahngondel gestossen, die zu einem Leuchtturm führt, findet er einen magischen Pinsel, mit dem er seine Zeichnungen zum Leben erwecken kann. Neben freien Zeichnungen an Wänden werdet ihr auch magische Kreaturen, soganannte «Genies» (Englisch für Geister bzw. Flaschengeister) erschaffen. Diese helfen euch bei verschiedenen Hindernissen wie bei verschlossenen Türen oder bei der Ablenkung der jugendlichen Vandalen, die euch den Pinsel stehlen wollen.

Im Test: Die VR-Inhalte von «Concrete Genie»

Der Haupt-Part des Spiels wird jedoch nicht in der virtuellen Realität abgehalten. Dort spielt ihr mit dem klassischen Controller, der sich seiner Lagesenoren bedient, um die verschiedenen Malkunststücke auszuführen, was sich übrigens sehr geschmeidig anfühlt. Wie angekündigt, enthält das malerische Epos – zusätzlich zur Hauptkampagne – zwei VR-Inhalte, die anfangs sehr berieselnd sind, aber nicht unbedingt zu einer längeren Verweildauer einladen. Wir haben uns die VR-Extras genauer angeschaut.

Bei den zwei VR-Spielen  von «Concrete Genie» legt ihr den Dualshock-PS4-Controller beiseite und greift zu den beiden Move Controllern. Stehen müsst ihr dazu nicht unbedingt. Es reicht auch eine sitzende Postion mit einem guten Winkel zur Trackingkamera. Ihr befindet euch nicht mehr länger in der dritten Dimension, sondern werdet selber zum  «Mal-Gott». Dabei erschafft ihr direkt die Sterne und Lichter am Firmament aus der Malpalette eures Skizzenbuchs.

Concrete Genie im Test

Bei der ersten Minispieleinlage, die ihr schon in 30 Minuten gesehen habt, betreut ihr einen kleinen zwiebelartigen «Tamagotchi-Geist», der vor euch hin- und herhüpft und sich nach Umgebungsobjekten sehnt. Sobald euer kleine Hüpfgeselle wieder Liebesherzen versprüht, wisst ihr, dass ihr die Landschaft nach seinem Gusto erweitert. So ergattert ihr auch weitere virtuelle Elemente wie Bäume, Äpfel, Zweige und Sterne oder Blitze, die ihr an Ort und Stelle platzieren könnt, bis nach einigen Wunschäusserungen eures Zwiebel-Geistes nach mehr Äpfeln oder Blumen weitere Pinselobjekte dazukommen.

Etwas fürs Gemüt

Eine besondere visuelle Wahrnehmungsgabe oder tiefgreifende Kenntnisse soziokultureller Gegebenheiten aus der Kunstgeschichte sind aber nicht erforderlich. Die abwechslungsreichen Himmelsgegenstände und die sphärischen Klänge sind auf jeden Fall witzig und entspannend, aber irgendwie fehlt bei der Malerfahrung aus der Ego-Perspektive ein wenig der letzte Kick. Das mesolimbische Hirnareal wartet da vergebens auf Belohnungseffekte wie Achievements oder anspruchsvolle Malerfahrungen, bei denen ihr auch selber etwas hinpinselt.

Freies Malen

Ein wenig kreativer wird es beim zweiten VR-Bonusinhalt. Erst wenn ihr das VR-Spiel durchhabt, wird die zweite VR-Erfahrung «Freies Malen» freigeschaltet. Es stehen vier Schauplätze zur Verfügung, bei denen ihr einmal in bester «Tilt Brush»-Manier Strassen, Rohre und Wände mit dem magischen Pinsel besprühen könnt. Witzig finden wir, dass ihr auch verschiedene Geister platzieren könnt, um sie auf Knopfdruck zum Leben zu erwecken. Allerdings ist die anfängliche Malpalette noch ziemlich limitiert, wenn ihr die Haupt-Kampagne noch nicht durchgespielt habt. Das Coole an dem zweiten VR-Spiel: Man kehrt später gerne zurück, nachdem man weitere Pinsel aus dem Hauptspiel freigeschaltet hat.

Unser Fazit

Das erste Bonus-VR-Spiel von «Concrete Genie» ist nicht sehr fordernd und dient eher der atmosphärischen Berieselung, während das zweite VR-Spiel, das die kreative Ader etwas mehr entfalten lässt, immerhin halbwegs dazu animiert, später wieder zurückzukehren, wenn man die Haupt-Kampagne beendet hat. Tatsächlich ist aber auch die zweite Experience ein kleines unterhaltsames Minispiel. Etwas genervt am ersten VR-Spiel hat mich, dass sich einmal für eine längere Zeit eine Säule vor meine Nase geschoben hat, die mir ständig die Sicht versperrt hat. Aber es sieht nicht danach aus, als bestünden viele Bugs oder ein schlechtes Tracking. Auf jeden Fall sind die VR-Bonuslevels keinesfalls ausschlaggebend, um das PS4-Spiel für PSVR zu kaufen. Wenn ihr vor allem Lust auf virtuelle Graffitis habt, seid ihr vielleicht mit «Tilt Brush» oder «CoolPaintVR» (PSVR) eher an der richtigen Adresse.

Eine Bewertung als VR-Spiel können wir an dieser Stelle für «Concrete Genie» nicht erteilen, da der VR-Part aus unserer Sicht eher als kleine Dreingabe zum Hauptspiel gedacht ist. Die ersten Spieletests zum PS4-Titel fallen aber gemäss Metacritic schon recht gut aus.

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