Kein Blech: Metallkonstruktion in VR

Der am Basler Hyperwerk mitentwickelte Virtual Design Kit (VDK) will es Menschen und Unternehmen einfacher machen, Metallkonstruktionen selbst zu entwerfen und lokal zu produzieren.

Die fortschreitende Digitalisierung und die Entwicklung der Technik zeigen, dass sich der Metallbau in naher Zukunft stark verändern wird. Computergesteuerte Maschinen verändern die herkömmlichen Arbeitsprozesse. Die Aufgabe des Menschen wird hauptsächlich darin bestehen, mittels CAD und 3-D-Modellierungssoftware die Daten für die Produktion zu erstellen. Diese Anwendungen haben eine steile Lernkurve und erfordern einen enormen Zeitaufwand, um sie zu meistern. VR bietet die Möglichkeit, mit gewohnten Bewegungen Befehle auszuführen und realitätsgetreu mit virtuellen Objekten zu interagieren. Dies beschleunigt den Lernfortschritt und Gestaltungsprozesse erheblich. Die dreidimensionale Visualisierung im Raum bringt neue Gestaltungsmethoden und unterstützt Entscheidungen in einem Designprozess. Lösungen können besser entworfen, erarbeitet und kommuniziert werden.

Mit dem Virtual Design Kit (VDK) können Blechkonstruktionen in VR entworfen und realisiert werden. Das dazugehörige Diplomprojekt erforscht, wie sich selbst entworfene Blechkonstruktionen mit Virtual Reality realisieren lassen.

Menschen und Unternehmen sollen mit diesem einfachen Verfahren, selbst entworfene und lokal produzierte Metallkonstruktionen realisieren können. Indem wir den Nutzer in den Gestaltungs- und den Realisationsprozess einbeziehen, erhoffen sich die Macher uns ein nachhaltigeres Konsumverhalten zwischen Nutzer und Produkt.

Tobias Kappeler ist Metallbauer und studiert am HyperWerk der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW postindustrielles Design. Das Projekt ‹Virtual Design Kit› hat er mit seinen Kommilitonen Christoph Schneider und Nicolas Dubied als Diplomarbeit realisiert. Das Projekt wurde von Vistom (Virtual Studios, Tools and Methods) und Virtual Valley (Forschungsgesellschaft für Entwurfsgestaltung) initiiert und in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Architektur und Technik FHNW und dem Institut für postindustrielles Design am Hyperwerk der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW entwickelt.

Im VDK verwendet der Benutzer einen virtuellen Baukasten und entwirft im ‹Drag and Drop›-Verfahren. Der erste Prototyp ist darauf ausgerichtet, Lampen zu erstellen oder Blechkonstruktionen mit Licht auszustatten. Der Benutzer kann im virtuellen Raum mit vordefinierten Bauteilen arbeiten, die sich bei einer Überlappung magnetisch aneinanderfügen. Er braucht keine Vorkenntnisse und kann seinen Konstruktionsprozess direkt vor sich mitverfolgen. Über ein Menü wählt er per Controller unterschiedliche Bauteile aus und fügt sie der Konstruktion hinzu. Er kann die Teile beliebig arrangieren, trennen oder löschen.

Die Abwicklung der Konstruktion wird laufend berechnet. Weil die Anwendung Überlappungsfehler erkennt, kann sich der User ganz auf den Entwurf konzentrieren. Der Benutzer kann die Abwicklung direkt aus dem virtuellen Umfeld exportieren und an einen Lasercutter oder ein lokales Laserschneid-Unternehmen schicken. Von dort erhält er das geschnittene Blechstück zurück und kann es von Hand biegen und zusammensetzen.

Quelle: hochparterre

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