“Magic Table” – wer mag Gesellschaftspiele?

Gesellschaftsspiele sind wieder im Trend – dies bewies ein letztjähriger Artikel im Migros Magazin. Leute treffen sich also wieder, um gemeinsam zu spielen. Und wie sieht es in der Virtual Reality damit aus? Das Studio namens Experiment 7 arbeitet an einer VR-Plattform, die Menschen aus der ganzen Welt an einen virtuellen Tisch bringen soll. Dabei ist eine breite Auswahl an Gesellschaftsspielen geplant. “Magic Table” soll auf diese Weise zu einem Pionierprojekt der Social-VR werden.

Die Gefahr: Einsam statt gemeinsam?

Immer wieder stellt sich bei solchen Anwendungen die Frage, ist es wirklich das Ziel unserer Gesellschaft in einer Brille zu leben, sich nur noch virtuell mit Freunden zu unterhalten? Ich denke, klar gibt es Menschen, welche eher gefährdet sind, sich mit solchen Anwendungen immer mehr von der wirklichen Gesellschaft auszuschliessen. Doch wie oft hatte man in der Vergangenheit befürchtet, der Mensch isoliere sich mit neuen Medien? Ich denke, die VR bringt auch in diesem Rahmen neue Möglichkeiten und ergänzt lustige Abende, an denen wir uns weiterhin gerne in der realen Welt bei Gesellschaftsspielen in Fleisch und Blut gegenüber sitzen.

Immer jemand für Spiele da

In Magic Table wird man gegen Freunde, zufällige Spieler oder künstliche Intelligenzen antreten können. Wenn also mal wieder keiner Zeit findet und man selber Lust auf eine Partie mit Würfeln oder Karten hat, kann man sich so jederzeit Gesellschaft suchen. Ein echter Pluspunkt für die VR.

Überall spielen

Da Magic Table weder zwingend räumliches Tracking, noch besonders viel Rechenleistung voraussetzt, könnte der virtuelle Spieltisch auch für Nutzer mobiler VR-Plattformen interessant sein. Gerade unterwegs zücken viele Menschen ihr Handy für ein kurzes Game, um sich die Zeit zu vertreiben. Sobald sich die Öffentlichkeit an VR-Brillen gewöhnt hat und schickere, leichtere Modelle auf dem Markt sind, ist dies natürlich ein genialer Zeitvertreib.

Grosse Auswahl

Auch wird man bequem zwischen x-beliebigen Spielen im Nu auswählen können. Das ist ein weiterer, logistischer Pluspunkt. Experiment 7 hat Magic Table vorerst als Plattform für eigene Spiele entwickelt, aber in Zukunft sollen auch andere Entwickler die Möglichkeit haben, ihre Spiele auf der Plattform zu veröffentlichen. Dies wird wohl der VR auch helfen, von der breiten Öffentlichkeit angewendet zu werden. Gesellschaftsspiele funktionieren für Gross und Klein, wobei Shooter oder ähnliche Games, von welchen man zurzeit in den Medien vielleicht eher noch hört, wohl nicht so eine breite Masse ansprechen.

Probieren geht über studieren

Die erste Version von Magic Table ist bereits auf Oculus Home für Oculus Rift und Samsung Gear VR erhältlich. Später sollen auch HTC Vive, Playstation VR und Google Daydream unterstützt werden. Der Zugang soll soweit kostenlos sein. Für besondere Spiele sollen die Nutzer jedoch bezahlen.

In der bereits erhältlichen Version gibt es nur einen Raum: Man sitzt in einem edlen Arbeitszimmer mit einem Kamin. Im Hintergrund wird leise Musik spielt. Derzeit bietet die Anwendung nur Schach, bei welchem man das Design selber wählen darf. Ein Mehrspielermodus, Avatare, interessante Charakteren von Samurais bis Schmetterlingen und Unterstützung für Oculus Touch sollen demnächst folgen.

Die virtuellen Spielumgebungen sollen übrigens auch austauschbar sein. Das heisst man wird sie mit Objekten ausstatten können, welche allerdings mit grosser Wahrscheinlichkeit etwas kosten werden.

Mensch ärgere dich nicht

Eine nicht ganz so ernst gemeinte Frage bleibt noch offen. Wird man beim virtuellen Mensch Ärgere dich nicht  auch das Spielbrett wütend umkippen können oder die Spielfiguren vom Tisch fegen dürfen, wenn man als schlechter Verlierer die Nerven verliert?

Quelle: vrodo.de / Experiment 7

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