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Virtual Reality in der Berufsbildung

VR Training SBB

Noch werden virtuelle Simulationen in der Berufsbildung selten eingesetzt. Es stellt sich zum einen die Frage, nach dem didaktischen Mehrwert gegenüber konventionellen Lernformen. Und zum anderen welche Auswirkungen die Übertragung bestimmter Lernparadigmen in den virtuellen Raum auf die Einstellung, Motivation und die Leistung von Auszubildenden hat. Diese Frage untersuchte login Berufsbildung AG zusammen mit der Hochschule für Angewandte Psychologie der FHNW.

Der Einsatz von virtueller Realität (VR) nimmt in der industriellen Produktion einen immer grösseren Stellenwert ein und beeinflusst die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Produkten und Schulungssystemen. Auch in der Berufsbildung dürften in Zukunft vermehrt virtuelle Anteile zu finden sein.

Allerdings kann das motorische und sensorische Feingefühl des Handwerks im virtuellen Raum noch nicht trainiert werden. Ebenso gibt es bezüglich des Einsatzes von Aufgaben aus der analogen Lernwelt im virtuellen Raum noch offene Fragen. VR sollte nicht nur der Technik wegen eingesetzt werden; vielmehr muss auch ein Lernmehrwert herausgearbeitet werden.

Tatsächlich aber zeigen Untersuchungen, dass nicht alle Virtualisierungen auch eine verbesserte Lernleistung erzielen. Um dem Mangel an didaktischer Information über die Gestaltung von virtuellen Räumen in der Berufsbildung zu begegnen, führte die login AG mit der Hochschule für Angewandte Psychologie der FHNW eine Pilotstudie durch. Es wurde erforscht, welche Auswirkung die Übertragung eines etablierten Lernparadigmas in den virtuellen Raum auf die Einstellung, Motivation und die Leistung von Auszubildenden hat.

Maschinenwartung und Trainingsaufgaben

Die Studie begann mit Interviews mit Berufsbildenden der SBB und der login Lehrwerkstatt Trimbach. Dabei wurden die im Tagesgeschäft auftretenden Schwierigkeiten, Notwendigkeiten und Bedürfnisse diskutiert. Anschliessend wurde in mehreren Workshops ein zu trainierender Wartungsvorgang (Verdichterwechsel der Zug-Klimaanlage) unter Berücksichtigung arbeitspsychologischer, technischer und zeitlicher Bedingungen erarbeitet. Dabei musste der Vorgang (der in der echten Welt einen ganzen Tag dauern kann) erheblich vereinfacht und in sieben Unteraufgaben unterteilt werden. Teile der echten Maschine wurden modelliert und das Training (CIE und Blocked) programmiert.

Ergebnisse

Das VR Training habe die Erwartung der Lernenden insgesamt erfüllt. Sie seien teilweise überrascht gewesen, wie gut das Training im VR dargestellt wurde. Einige hätten sich jedoch eine anspruchsvollere grafische Umsetzung gewünscht. Weiter wurde angegeben, dass die vielen Wiederholungen der gleichen Aufgaben mit der Zeit nerven. Im Training selbst wurde von einigen mehr Abwechslung (z.B. durch Wettbewerbe) gefordert. Positiv wurde von den Auszubildenden hervorgehoben, dass die Orientierung im Training sehr gut war. Die Instruktionen und die Aufgaben waren klar und verständlich formuliert. Auch die Unterstützung (durch leitende Objekte und Tafeln) wurde von den Lernenden als hilfreich empfunden.

Insgesamt hat das VR Training die Auszubildenden für weitere Einsatzmöglichkeiten inspiriert. Dabei wurden u.a. Ideen für folgende Themengebiete geäussert: Pneumatik, Messen und Prüfen von elektronischen Bauteilen, ein Multiplayer VR Raum für Auszubildende unterschiedlicher Fächer als Übung für die Swiss-Skills, Drehmaschine und Mechanik & Steuerungstechnik.

Gestaltung des Trainings wichtig

Die Studie kommt zum Schluss, dass beim Erlernen eines Arbeitsprozesses eine feste Anzahl von Wiederholungen einer Teilaufgabe in der virtuellen Welt einen Lernvorteil bietet. Auf der anderen Seite zeigt das zufällige Wiederholen von unterschiedlichen Teilaufgaben weniger Lernerfolg im Erwerb von Prozesswissen. Während die Auszubildenden Virtual Reality als «virtuellen Blick» in ihre berufliche Zukunft als zusätzlichen Mehrwert erleben, wirkt sich die Art der Gestaltung des VR Trainings massgeblich auf die Motivation aus.

Quelle: sgab-srfp

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