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Zürcher Polizei übt komplexe Einsätze in der Virtual Reality

Schweizer-Polizei-VR-Einsatztraining

Seit Mitte Juni trainiert die Zürcher Stadtpolizei regelmässig in der Fusion Arena. Die Virtual Reality Simulation wurde speziell für die Polizei entwickelt und ist bis jetzt einzigartig in Europa.

Vier Polizistinnen und Polizisten stehen am Paradeplatz in der Stadt Zürich vor einer Bank. Über Funk erfahren sie: Im Gebäude befindet sich mindestens ein bewaffneter Täter. Möglicherweise hat er Komplizen, es sind Schüsse gefallen. Und es gibt verletzte Personen.

Das Szenario ist frei erfunden. Für die vier Beamtinnen und Beamten der Stadtpolizei Zürich fühlt es sich aber ziemlich real an. Durch ihre Virtual Reality Brille mit 3D-Effekt sehen sie die Umgebung. An Händen und Füssen haben sie Sensoren, und über einen Kopfhörer hören sie Geräusche und die Stimmen der Kollegen.

Fast wie ein realer Einsatz

Stadtpolizistin Jill Zimmerli beschreibt die Erfahrung so: «Man hat sehr viele Eindrücke: Leute, die schreien und verletzt am Boden liegen. Dann hört man den Funk und kommuniziert ständig untereinander im Team. Es läuft ein Fernseher, man hört die Sirenen von draussen. Es ist wie bei einem echten Einsatz. Man muss diese Eindrücke verarbeiten. Das alles zusammen macht es real.»

Nach zehn Minuten trifft das Polizeiteam auf den Täter im dritten Stock des virtuellen Bankgebäudes. Im Gespräch versucht Jill Zimmerli den Mann zum Aufgeben zu bewegen, während ein Teamkollege die Waffe auf ihn gerichtet hält. Am Ende gelingt es den Polizistinnen und Polizisten, den Täter festzunehmen.

Kein Baller-Game

Marco Cortesi, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, betont: «Es geht überhaupt nicht um ein Baller-Game – es ist wie in der Realität. Die Polizei setzt die Waffe nur ganz selten ein. Es geht vor allem um die Kommunikation.»

Man könne das Training in der Simulation nur erfolgreich abschliessen, wenn Taktik und Kommunikation stimmten. Obwohl es noch ganz neu sei, würden sich bereits verschiedene Polizeikorps aus ganz Europa für das Virtual-Reality-Training der Stadtpolizei Zürich interessieren.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der Polizei mit einem zivilen Anbieter für virtuelle Abenteuer-Spiele. Die Trainings finden nicht in Räumlichkeiten der Polizei statt, sondern in der Fusion Arena im Zürcher Letzipark.

Gründer Ronny Tobler hatte die Idee für die Polizei-Trainings. Zusammen mit dem Schweizer VR-Unternehmen TrueVRSystems gründete er Refensa. Mittlerweile betreibt er eine Firma für professionelle virtuelle Einsatztrainings und ist auch mit anderen Blaulicht-Organisationen und der Armee im Gespräch.

«Die Analyse ist gnadenlos»

Dutzende von Kameras halten jede Bewegung, jedes Gespräch und sogar die Blickrichtung der Polizistinnen und Polizisten fest. Das ermögliche eine enorm detaillierte Analyse, sagt Polizei-Instruktor Silvan Gort:

«Das System zeichnet alles gnadenlos auf. Jede Bewegung, jede Handlung des Polizisten kann ich überprüfen. Als Beispiel: Ist die Richtung des Laufs der Waffe kongruent mit dem Blick des Polizisten? Das ist ein sehr wichtiges taktisches Detail.»

Seit Mitte Juni haben rund 400 Polizistinnen und Polizisten die erste virtuelle Trainingssituation bereits absolviert. Ziel der Stadtpolizei Zürich ist es, in Zukunft regelmässig virtuelle Trainings anzubieten. Dies für ganz verschiedene komplexe Einsatzsituationen, die in einem herkömmlichen Training in der realen Welt kaum oder nur mit viel grösserem Aufwand durchzuführen wären.

Quelle: SRF / Mixed

 

 

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