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Virtuelle Gorillas in Afrika besuchen

Corona macht auch in Afrika erfinderisch: Ruanda bietet Besuche bei den Gorillas in Virtual Reality an. So will die Regierung dafür sorgen, dass Umweltprojekte für Touristen attraktiv bleiben.

Corona macht auch in Afrika erfinderisch: Ruanda bietet Besuche bei den Gorillas in Virtual Reality an. So will die Regierung dafür sorgen, dass Umweltprojekte für Touristen attraktiv bleiben.

Einen Silberrücken in freier Natur beobachten zu dürfen, ist ein echtes Privileg. Das kleine Land Ruanda im Herzen Afrikas, berühmt für seinen Bestand der seltenen und vom Aussterben bedrohten Berggorillas, hat sich zu Zeiten der Coronakrise und der internationalen Reisebeschränkungen etwas ganz Besonderes einfallen lassen, so dass ein Treffen mit den süssen Giganten realistischer scheint: Gorillabesuche per Virtual Reality online.

«Die globale Tourismusindustrie wurde von der Covid-19-Krise schwer getroffen und wir sind traurig, dass wir derzeit keine Besucher empfangen können, die unser schönes Land besichtigen können», so Belise Kariza, Chef der Tourismusabteilung in Ruandas Investmentbehörde (RDB). «Es ist jedoch im Interesse aller, dass wir sicher und zu Hause bleiben, während wir zusammen mit unseren Partnern daran arbeiten, einen auf Immersion beruhenden Inhalt anzubieten, wie diesen Gorilla-Virtual-Reality-Film.»

Durch eine Bewegung mit der Computermaus lässt sich die Kamera drehen und zoomen. Der fünfminütige Film, der auch ohne Virtual-Reality-Brille abrufbar ist, wurde am 22. April anlässlich des 50. Internationalen Tags der Erde online gestellt.

Ruanda will Tourismus

Dieses Jahr fielen die Feierlichkeiten in die Coronapandemie und konnten aufgrund der Ausgangs- und Reisebeschränkungen in den meisten Ländern nicht durchgeführt werden. So riefen die Akteure auf, digitale Events online anzubieten. Ruandas Beitrag war die Online-Gorillasafari: «Wir hoffen, dass die Leute von ihrem komfortablen Zuhause aus die virtuelle Erfahrung geniessen, durch den Dschungel zu marschieren und mit den freundlichen Giganten im Vulkannationalpark zu interagieren», so Kariza.

Noch ist die Onlinesafari kostenlos und mehr ein Testlauf denn ein reales Marketinginstrument. Der berühmte Kruger-Nationalpark probiert diese Onlinesafari-Methoden bereits seit 2019 als Marketing-Strategie aus und bietet die Filmchen auf Youtube an. Afrikas Behörden sehen darin nun Chancen, solche Onlineangebote auch in Zukunft einzuführen. Die Coronakrise beschleunigt nun die Umsetzung dieser Ideen und Ruanda zieht mit.

Besuch bei den Berggorillas

Aushängeschild Ruandas ist der mögliche Besuch bei den weltweit einzigartigen Berggorillas, die nur hoch oben in den Virunga-Vulkanbergen im Dreiländereck zwischen Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo zu Hause sind. Die Gesamtpopulation beläuft sich auf schätzungsweise rund 1.000 Tiere. Im Jahr 1980 waren es nur rund 250. Seither steigt die Zahl der bedrohten Tiere aufgrund drastischer Schutzmaßnahmen fast kontinuierlich wieder an. Dazu gehören z.B. eine begrenzte Zahl an Besucher (56 pro Tag in Ruanda). Ein Ticket kostet pro Person 1.500 US-Dollar.

Aufgrund der Ansteckungsgefahr des Coronavirus von Menschen auf Gorillas haben die Nationalparks in den drei Ländern bereits Ende März Touristen jeglichen Zutritt untersagt.

Um solche Einbrüche durch Pandemien oder andere internationale Reisebeschränkungen in Zukunft abzufangen, bieten virtuelle Safaris eine Möglichkeit, auch online Gebühren zu verlangen. Programmiert wurde die Software von dem örtlichen Start-up-Unternehmen AOS, das seine Dienste nicht nur der Regierung, sondern auch den Banken und der Tourismusbranche anbietet. Virtual Reality gilt bei AOS als die neue Idee. «Wir glauben, dass dies die Industrie ankurbeln wird und die Erfahrungen für die Nutzer auf eine ganz neue Stufe heben wird.»

V-Ecotourimsm

Die Nichtregierungsorganisation bietet bereits seit 2004 virtuelle Safaris online aus Ruandas, Ugandas und Kongos Nationalparks an: www.vecotourism.org Attraktiv werden deren Angebote jedoch erst jetzt durch die neue Virtual Reality Technologie und die zunehmend besseren Panoramakameras, die in den Nationalparks nun nicht nur für Online-Touristen, sondern auch zum Aufspüren von Wilderern genutzt werden.

Quelle: Taz / theellenfund

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