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Mit VR entführt Jung von Matt ins Syrien vor dem Krieg

Auf keiner Plattform werden so viele visuelle Erinnerungen geteilt wie auf Instagram. Jung von Matt/Neckar und die Künstler-Initiative ARTHELPS münzen diesen Trend jetzt in ein spannendes VR Projekt um – und rekonstruieren das Leben in der syrischen Stadt Aleppo vor dem Bürgerkrieg.

Rebuilt From Memories heisst der Auftritt, mit dem die Agentur Jung von Matt/Neckar, Exozet und die Künstler-Initiative ARTHELPS möglich machen, zerstörte Orte in Syrien via VR-Brille oder Smartphone wieder in dem unversehrten Zustand zu besuchen, wie er vor dem Ausbruch des Kriegs 2011 war. Der Clou dabei: Die 360-Grad-Ansichten werden gewissermassen direkt aus den Erinnerungen der Menschen erschaffen – nämlich auf Basis von Fotos auf Instagram.

Instagram Bilder ermöglichen den Blick in ein kollektives Gedächtnis

Konkret haben sich die Verantwortlichen auf die Suche nach Fotos von drei historischen Orten in Aleppo gemacht, die vor dem Krieg in dem Netzwerk gepostet wurden. Eine Software hat die Fotos per Geotag in drei Sprachen auf Instagram gesammelt und mittels Deep Learning sortiert. Mit der Methode der Photogrammetrie hat die Digitalagentur Exozet anschließend aus grossen Datensätzen zweidimensionaler Bilder automatisiert die dreidimensionale Welt für Virtual Reality generiert.

«Instagram liefert uns ungewöhnliche Perspektiven und emotionale Momente. Der Schlüssel, um nicht nur Gebäude wieder zu errichten, sondern Leben, Emotion und Atmosphäre – ein Blick in ein kollektives Gedächtnis», sagt Rico Noël, Creative Director bei Jung von Matt/Neckar. Thomas Bedenk, Director of Immersive Media bei Exozet, ergänzt: «Wir wussten, dass wir mit niedriger Auflösung, uneinheitlichen Lichtsituationen und fehlenden Perspektiven rechnen müssen. Aber in der Zusammenarbeit von Jung von Matt mit unseren erfahrenen Developern und Artists haben wir ein Ergebnis erzielt, von dem ich total begeistert bin.»

Mit dem Projekt will ARTHELPS verdeutlichen, wie der kunstvolle Umgang mit relevanten gesellschaftlichen Themen Menschen erreichen und zum Nachdenken bringen kann. «Moderne Technologien und digitale Lösungen können dabei helfen, die Gesellschaft und die Geschichte zu bewahren und neu zu erzählen. Wir wollen die Erinnerung zurückbringen um die Zukunft zu gestalten», so Tom Lupo, Gründer von ARTHELPS.

Quelle: Horizont / GWA

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