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Schweizer VR Film «LOS» feiert seine Weltpremiere am Sundance Film Festival

Die Virtual Reality Erfahrung «LOS» von den Schweizern Sandro Zollinger und Roman Vital nach einer Erzählung von Klaus Merz feiert seine Weltpremiere am renommierten Sundance Film Festival 2020 (23.1.-02.02.20) in Park City, USA.

Auf seiner Suche nach Halt bricht Peter Thaler zu einer Wan­de­rung in die Schwei­zer Ber­ge auf, von der er nicht mehr zurück­kehren wird. Be­ruhend auf einer wah­ren Be­geben­heit erzählt «LOS» vom Ab­schie­dnehmen, dem all­täg­lichen und dem end­gül­tigen, und öf­fnet ei­nen Spalt weit die Tür zur Ewig­keit. Aus ei­ner bis­her nicht da­gewe­se­nen Sym­biose von Li­te­ra­tur und Vir­tual Rea­lity ent­steht eine gän­zlich neue Er­fah­rung ei­ner Er­zäh­lung, in der die Teil­ne­hmer und Teil­neh­mer­innen viel mehr als nur zu Au­gen­zeu­gen eines Hör­buchs werden.

Die daraus vom Autor selbst vorgetragenen Texte verdichten sich im virtuellen Raum zur Geschichte von Peter Thaler, der auf seiner Suche nach Halt zu einer Wanderung in die Berge aufbricht. Dort strauchelt er unglücklich in einem Schneesturm und bricht sich den Knöchel. Im weichen Schnee liegend findet nun eine Auseinandersetzung statt, die über sein unausweichliches Ende hinausweist.

«LOS» erzählt dabei von Vergänglichkeit, der alltäglichen und der endgültigen, und lässt eine befreiende Sicht auf das Leben selbst entstehen. Obwohl die Erzählung das Ende – das stille, doch bedeutsame Verschwinden von Peter Thaler – gleich zu Beginn vorwegnimmt, erzeugt die Geschichte eine Spannung, die sich immer weiter auf eine präzise und gleichzeitig offene Interpretation zuspitzt.

Verdichtung ohne Inhaltsverlust

«LOS» verbindet die älteste und jüngste Form des Erzählens zu einer eigenständigen, neuartigen Erfahrung. Aus der 2005 erschienen Erzählung LOS, in der Merz mit seinen sparsamen, eindringlichen Sätzen eine ganze Lebensgeschichte entstehen lässt, haben Zollinger und Vital zwölf im Original belassene Passagen ausgewählt und neu arrangiert. Dabei ist es ihnen gelungen das Werk eines Meisters der Verdichtung, um neun Zehntel zu reduzieren, ohne es im Kern zu verkürzen.

Sorgsam betten sie diese narrative Essenz ein in eine eindrückliche Reise durch eine virtuelle Welt. Diese Welt von «LOS» erzählt die Geschichte über eindringliche Stimmungen, sie löst mit blossen Andeutungen Gefühle aus und weckt immer wieder unterschiedlichste Assoziationen. Dabei gelingt es der 25-minütigen Virtual- Reality-Erfahrung, die Literatur in ihrer
Mehrdeutigkeit zu erweitern, sie ohne Effekthascherei zu bebildern und nicht zu illustrieren.

Die Kunst der VR

«LOS» schafft das Kunststück, eine Balance zwischen der durch den Text ausgelösten Imagination und der überwältigenden Anschauungskraft von Virtual Reality zu finden und eine Geschichte zu erzählen, die so noch nicht erzählt wurde.

„Vom filmischen Erzählen her gesehen gibt es einen fundamentalen Unterschied: In Virtual Reality übernimmt der Zuschauer einen Teil der Regie. Denn er kann hinschauen, wo er will, er wählt seinen Bildausschnitt selbst. Beim Erzählen will ich, als Regisseur aber die Kontrolle. Ich will, dass das für die Geschichte Wichtige gesehen wird. So komme ich beim Erzählen
mit Virtual Reality nicht drum herum, die Aufmerksamkeit des Zuschauers immer sozusagen in die Richtung der Geschichte zu lenken. Ich muss also auf die eine oder andere Weise immer wie ein Reiseführer auf einer Stadtrundfahrt winken: Hier gibt es was zu sehen, da ist die Geschichte“ meint Sandro Zollinger.

Der Trailer macht Lust auf mehr:

Laufzeit: 25 min
Sprachversionen: Deutsch, Englisch, Französisch
Start Tournee: Mai 2020
Aufführungsorte: Film- & Lite­ratur­fes­ti­vals, Kunst­museen und -gallerien, Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen, Schu­len, Pri­vate An­lässe etc.

Quelle: Los

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