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Virtuelle Realität – auch im Universitätsspital Basel angekommen

Am Department of Biomedical Engineering (DBE) in Allschwil, das vom Universitätsspital Basel (USB) und der Universität Basel getragen wird, forscht man seit Längerem mit der VR-Technologie. Ziel ist es, die Behandlung von Patientinnen und Patienten auf verschiedenen Ebenen zu erleichtern und zu verbessern. Ein Durchbruch im Bereich Operationstechnik wurde erreicht.

Unter der Leitung von Prof. Philippe Cattin, Vorsteher des DBE, wurde im Rahmen des Projekts MIRACLE (Minimally Invasive Robot-Assisted Computer-guided LaserosteotomE) an der Uni Basel Bahnbrechendes erreicht: Das Projekt zielt darauf ab, minimalinvasive Laseroperationen zu ermöglichen. Dafür wird auch Navigationssoftware entwickelt, die dabei helfen soll, Operationen vorzubereiten und während der OP Abläufe zu vereinfachen.

Der Körper wird Dreidimensional

Das Team entwickelte in den letzten drei Jahren die Software SpectoVR, die Patientendaten wie zum Beispiel auf Computertomographie (CT) basierende Informationen in Echtzeit umrechnet und dreidimensional abbildet. Bisher konnten die CT-Daten einer Patientin oder eines Patienten nur auf zweidimensionalen Bildschirmen betrachtet werden. Es handelte sich somit um «flache» Bilder. Nun können Operateure vorgängig mithilfe von 3D-Brillen und der Software SpectoVR durch 3D-Modelle des Körpers eines Patienten navigieren und sich entsprechend auf die Eingriffe vorbereiten. Dank SpectoVR lassen sich Gewebeteile, Knochen oder auch Blutgefässe von allen Seiten betrachten.

«Der Arzt erhält somit ein viel genaueres Bild und kann Eingriffe differenzierter vorbereiten.» meint Prof. Philippe Cattin.

Eingesetzt am Unispital Basel

Es gab bereits zahlreiche Anfragen von Kliniken weltweit, die von dieser Technologie profitieren möchten. Der Einsatz von auf SpectoVR basierten 3D-Brillen wird nun erstmalig am Universitätsspital Basel (USB) erprobt.  Seit dem 1. Januar 2018 werden alle geplanten Operationen an Aneurysmata der Hirngefässe am USB mithilfe von SpectoVR vorbereitet und sozusagen einzustudiert. Einmalig ist dabei auch, dass verschiedene Chirurgen zeitgleich von unterschiedlichen Orten aus auf die gleichen 3D-Patientendaten zurückgreifen können.

Raphael Guzman, Neurochirurg Prof.: «SpectoVR bringt uns eine neue Dimension in der Vorbereitung komplexer Eingriffe. Das virtuelle Eintauchen in das menschliche Gehirn erlaubt es uns zum Beispiel, die Feinheiten der kranken Gefässe beim Aneurysma aus allen Richtungen zu betrachten und besser zu verstehen. Die Operation wird dadurch sicherer und wahrscheinlich auch kürzer.»

Auch in der Spinalen Chirurgie am USB wenden Wirbelsäulenspezialisten zunehmend SpectoVR an. Der erste mit SpectoVR geplante Eingriff war ein Fall von Morbus Bechterew, einer komplexen Fehlstellung bei entzündlicher Versteifung der Wirbelsäule.

Freiräume für die neue Technologie

Basierend auf den positiven Rückmeldungen dieser Pioniere und den vielversprechenden Möglichkeiten für den weiteren Einsatz im USB werden nun  insgesamt vier Räume in der Chirurgie und Radiologie am USB mit jeweils zwei SpectoVR-Brillen ausgestattet.

Zwei weitere Räume sind angedacht: einer im Universitäts-Kinderspital beider Basel und einer in der Augenklinik des USB. Die über die Brille erzeugten Daten sollen an das KIS-Informationssystem des USB angeschlossen werden, um spitalweit einen effizienten Datenzugriff zu ermöglichen

Quelle: Gazzetta

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