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Museum im Internet – Migrationsgeschichte hautnah erleben über VR

In einem virtuellen Museum, das man ausschliesslich online besuchen kann, wird man schon bald in die Geschichte der Migration in Deutschland eintauchen können.

Heute lässt sich die Holztruhe mit einem Fingerzeig in der Luft drehen und seelenruhig von allen Seiten betrachten. Schwer wog sie hingegen, als Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg ihr weniges Hab und Gut darin verstauten und sie gen Westen schleppten. Diese Historie macht sie zu einem Exponat im virtuellen Museum des Vereins „Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland“ (Domid). Einem Museum also, dass es nur im Internet gibt und das mit Hilfe einer sogenannten VR-Brille dreidimensional erscheint. In Kürze solle es eröffnet werden beziehungsweise online gehen.

Die Räume, in denen das virtuelle Museum präsentiert wird, sind karg. So, als sei gerade jemand ausgezogen. Egal, sind sie doch nur das „Eingangstor“ in die virtuelle Welt des Migrationsmuseums. Und die besteht aus acht Orten und Gebäuden in drei Zeitebenen in einer Stadt. In dieser Welt bewegt sich der Museumsbesucher mit seiner VR-Brille. So kann er allerorten an die 1000 Objekte mit hinterlegten Informationen und 40 Interviews mit Zeitzeugen entdecken, die sich rund um die Geschichte von Einwanderern drehen, wie beispielsweise einen „Henkelmann“ eines türischen Arbeiters bei Ford.

Kein Bautermin in Aussicht

Der stammt aus der ersten Zeitebene von 1945 bis 1973. Es folgt die Phase bis zu Wiedervereinigung und schliesslich der Zeitraum bis zur Gegenwart. Die Eröffnung des Museums hingegen liegt in einer noch vierten Phase, nämlich in der Zukunft. Zwar ist die Internetseite des Museums mittlerweile freigeschaltet. Der Zugang in das virtuelle Museum soll aber erst in „etwa zwei Wochen“ möglich sein, sagt Domid-Geschäftsführer Robert Fuchs.

Geplant hatte der Verein stets, neben dem virtuellen auch ein reales Museum in Zusammenarbeit mit der Stadt zu eröffnen. „Dass sie jetzt nur das virtuelle Museums eröffnen, heisst das, sie trauen der Stadt nicht mehr den Bau eines Museum aus Stein zu?“, fragte bei der Präsentation Kölns Sozialdezernent Harald Rau. Domid-Geschäftsführer Fuchs verneinte nachdrücklich – konnte aber auch keinen Termin für den Bau in Aussicht stellen.

Quelle: Rundschau-online

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