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Virtual-Reality-Tour gibt Einblicke ins biblische Jerusalem

Das Projekt «Step into History» biete Besuchern die Möglichkeit, «durch die Jerusalemer Strassen zu laufen und sich dabei nicht nur an der Gegenwart zu erfreuen, sondern auch einen Blick in die Vergangenheit zu werfen».

An historischen Spuren mangelt es in Jerusalem nicht. Viele einstige Bauten sind aber von anderen überlagert oder gehen im heutigen Grossstadtgewirr unter. Die Türme der Zitadelle, die Säulenreihen am Markt, die prachtvollen Innenräume der Tempel – Bilder und Rekonstruktionen zeugen von der reichen Geschichte der Stadt. Doch wie es in Jerusalem vor 2000 Jahren tatsächlich aussah, lässt sich manchmal nur mit Mühe erahnen. Ein in den Mauern der alten Festung gelegenes Museum setzt ab sofort auf eine neue Herangehensweise und lässt die Besucher  in die Welt zu Zeiten Jesu eintauchen: Rundgänge mit der Virtual-Reality-Brille.

Pünktlich zum jüdischen Laubhüttenfest in diesem Monat will das Davidsturm-Museum starten. Das Projekt «Step into History» biete Besuchern die Möglichkeit, «durch die Jerusalemer Strassen zu laufen und sich dabei nicht nur an der Gegenwart zu erfreuen, sondern auch einen Blick in die Vergangenheit zu werfen», sagt Museumsdirektorin Eilat Lieber.

Reihe von 360-Grad-Simulationen

In Zusammenarbeit mit Archäologen der israelischen Behörde für Altertümer hat das Start-up-Unternehmen Lithodomos VR eine Reihe von 360-Grad-Simulationen erstellt. Diese zeigen auf realistische Art, wie einige der wichtigsten Gebäude der Stadt in der Blütezeit unter König Herodes – und damit ungefähr zur Zeit von Jesus – ausgesehen haben dürften.

Für das Team von Lithodomos VR war es nicht das erste Projekt dieser Art. Zuvor hatten die Grafiker und Historiker des australischen Start-ups bereits vergleichbare Animationen für London, Rom und Athen erstellt. «Gerade bei Jerusalem war es aber eine grosse Herausforderung, wirklich alles richtig zu machen», sagt Unternehmensgründer Simon Young. «Es gibt so viele verschiedene Meinungen dazu, wie Jerusalem in der Antike ausgesehen hat.» Das Ziel sei natürlich gewesen, alles «so korrekt wie nur möglich» darzustellen.

«Innovation Lab»

Das Davidsturm-Museum schaffte dafür den geeigneten Rahmen. In einem Raum, der zur Zeit der osmanischen Herrschaft vom örtlichen Gouverneur genutzt wurde, entstand im Oktober 2017 das «Innovation Lab». Hier arbeiten Start-ups wie Lithodomos VR daran, das Besuchererlebnis mithilfe von neuer Technik zu verbessern.

Bei der neuen Virtual-Reality-Tour werden die Teilnehmer von einem Touristenführer an insgesamt neun Orte gebracht. Startpunkt ist die Zitadelle, die in ihrer heutigen Form überwiegend aus der Zeit der Osmanen stammt. Von dort geht es durch die Gassen des Jüdischen Viertels zu den Überresten des sogenannten Zweiten Tempels. Um dabei Kollisionen mit der realen Welt zu vermeiden, werden die Virtual-Reality-Brillen auf den Wegen zwischen den einzelnen Stationen abgenommen.

An den ausgewählten Orten liefert ein Erzähler Hintergründe zur historischen Bedeutung der Bauwerke, die über die Brillen zu sehen sind – zu den Säulen an der einstigen Hauptstrasse Cardo, zu den imposanten Türmen der von Herodes erbauten Festung und zur opulenten Einrichtung des Palastes. Insgesamt dauert die Virtual-Reality-Tour laut Angaben des Museums etwa zwei Stunden.

Geschichte zum Leben erwecken

Der Rundgang ist auf Orte innerhalb des Jüdischen Viertels der Altstadt beschränkt. Die Altstadt liegt im östlichen Teil von Jerusalem, der 1967 von Israel erobert wurde, den die Palästinenser aber als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates beanspruchen. Das Gebiet ist heftig umstritten, weil sich hier heilige Stätten sowohl des Judentums und des Islams als auch des Christentums befinden.

Young von Lithodomos VR betont, dass sein Team die Virtual-Reality-Tour künftig gerne um weitere historische Dimensionen ergänzen würde, um Besuchern etwa auch das Jerusalem der Kreuzfahrer näherzubringen. Doch schon in der jetzigen Form sorgt die Tour für Begeisterung. Die virtuellen Einblicke «erwecken die Geschichte zum Leben», sagt die australische Touristin Judy Magnusson, die am Montag vor dem offiziellen Start an einem Testlauf teilnehmen durfte. Die Erzählungen über die Vergangenheit der Stadt würden dadurch «noch realistischer» wirken.

Quelle: Bluewin

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