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Interview mit Patrick Baumann von Cloudscape

Wir haben mit Patrick Baumann, Partner und Berater bei Cloudscape GmbH über den Einsatz von VR und AR im Werbebereich gesprochen.

 

Wieso interessiert euch als Agentur die VR/AR und wo seht ihr mögliche Potentiale?

Als Dienstleister für 3D Animation, aber auch im Bereich der Videopostproduktion und Visual Effects ist es unsere Aufgabe, die Ideen unserer Kunden für andere erlebbar zu machen. Virtual Reality ist dafür das perfekte Medium. Nie zuvor konnte man so intensiv in eine andere Welt eintauchen, oder ein Produkt so umfassend und hautnah virtuell präsentieren. So konnten wir zum Beispiel für unseren Kunden Ferrum mehrere Industriemaschinen erlebbar machen.

Geht das nicht auch mit einem normalen Video, das viel weniger aufwändig wäre?

Selbst mit dem besten Video kann man nicht das Gefühl vermitteln, wie es ist auf dem Gipfel eines Berges zu stehen, oder einen lebenden Dinosaurier vor sich zu haben. Die Grössenverhältnisse lassen sich nicht korrekt erfassen und es bleibt immer die Distanz zwischen dem Display und dem Zuschauer.

Je nach Inhalt und Interaktionsmöglichkeiten ist der Aufwand vergleichbar mit einer 3D Animation. AR und VR Anwendungen haben sogar den Vorteil, dass sie einfacher, modular erweitert werden können. Somit können auch zu einem späteren Zeitpunkt noch Funktionen und Inhalte hinzugefügt werden. Ausserdem beobachten wir in der Computergrafik eine starke Entwicklung weg vom „langsamen“ Offline-Rendering, hin zum vermehrten Einsatz von Realtime Grafik. Die visuelle Qualität von aktuellen Realtime Engines ist zunehmend vergleichbar mit aufwändigen Offline-Renderer, jedoch mit dem grossen Vorteil der Echtzeitbearbeitung, was schnellere kreative Prozesse zulässt.

Dieser Wechsel macht VR und AR für uns zusätzlich interessant, zumal wir die von uns erstellten Inhalte plattformübergreifend einsetzen können.

Was ist für euch als Visual Studio denn interessanter VR oder AR? 

Da wir primär im Werbebereich tätig sind, haben wir schnell die aktuellen Limitationen von VR Produktionen erkannt: Man hat zurzeit noch eine sehr kleine Reichweite. Nur wenige Leute haben eine entsprechende Ausrüstung zuhause und auch an Messen oder am Point of Sale kann immer nur eine Person das Headset aufsetzen. Es fehlt etwas der soziale Aspekt, zumal man in der Experience bisher meist alleine ist.

Insofern ist Augmented Reality vielversprechender. Die meisten Leute haben mit einem modernen Smartphone bereits ein passendes Endgerät und auch spezifische Hardware wie HoloLens oder das angekündigte Magic Leap zeigen, dass voll immersive Erlebnisse in AR nicht mehr weit weg sind. Mit den neusten Technologien von Apple und Google, die im letzten Jahr auf den Markt gekommen sind, ist ein weiterer Meilenstein für AR geschafft und die Anwendungen sind nicht mehr an Marker oder spezifische Orte gebunden. Das ermöglicht bisher ungesehene und spannende Anwendungsmöglichkeiten.

Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umschaue, habe ich das Gefühl, die Leute wissen noch kaum über die neuen Technologien und deren Möglichkeiten Bescheid. Was habt ihr für Erfahrungen gesammelt?  

Wir sehen auch, dass immer noch erstaunlich wenige Leute mit „echtem“ VR in Berührung gekommen sind. Selbst in unserer Branche meinen die meisten nur simple Google Cardboard Anwendungen und 360° Videos, wenn sie von VR sprechen. Wir laden darum regelmässig kleine Gruppen von Interessenten zu uns ein, damit sie bei einer ungezwungenen Demo ein vollwertiges VR Erlebnis haben können.

Wer darf denn bei euch in den Genuss einer solchen Demo kommen?

Werbeagenturen, Filmproduzenten oder auch Industriekunden sind herzlich eingeladen. Dadurch erhoffen wir uns weitere Einsatzgebiete, denn wenn die Kreativagenturen nicht wissen wie das Medium funktioniert, können sie auch keine Anwendung dafür finden. Und auch bei den Industriekunden müssen die Entscheidungsträger das Medium erst richtig erleben, um die grossartigen Potentiale zu erkennen.

Jeder der schon einmal eine HTC Vive oder eine Oculus Rift angehabt hat weiss: Man muss es selbst ausprobieren, um es zu verstehen.

 

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