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Schmerzfrei durch Virtual Reality

Wie virtuelle Welten gegen Schmerzen helfen

Die Einsatzmöglichkeiten von Virtual Reality sind vielfältig und kommen nun auch unserer Gesundheit zugute. Virtuelle Welten nicht nur unterhaltsam, sondern lenken gleichzeitig wunderbar von der eigentlichen Realität ab, wie inzwischen schon Einige feststellen durften. Dass sich unser Kopf so leicht ablenken lässt, machen sich nun ein paar schlaue Ärzte zunutze und setzten ihren Patienten während der Behandlung kurzerhand VR Brillen auf. Und siehe da: es funktioniert.

Schmerz ist Kopfsache. Werden wir an einer Stelle verletzt, so empfangen Nervenzellen den Reiz, und schicken diesen übers Rückenmark in unser Gehirn. Dort erst entsteht die Reaktion und Schmerzen werden als solche empfunden. Wie stark wir unter etwas leiden, hat unter anderem auch mit unserem emotionalen Befinden zu tun. Werden wir zuvor auf Schmerzen sensibilisiert, empfinden wir diese auch als schlimmer. Ein Experiment der Universität Jena zeigt, wie das Schmerzempfinden variieren kann.

„Wir haben hier an der Universität Jena dazu ein einfaches Experiment gemacht: Studenten mussten sich Adjektive merken, danach haben wir sie mit einem schmerzhaften Laserhitzeimpuls stimuliert und ihre Schmerzwahrnehmung gemessen. Waren es positive Adjektive wie „freundlich“, „nett“, „angenehm“, dann waren ihre Schmerzempfindungen niedriger als bei neutralen Adjektiven wie „neutral“ oder „lang“. Studenten dagegen, die sich negative Adjektive wie „mörderisch“, „störend“ oder „brennend“ merken mussten, reagierten deutlich empfindlicher auf die Reize.“

Thomas Weiß
Professor am Lehrstuhl für Biologische und Klinische Psychologie der Universität Jena

Wie kann uns jetzt also Virtual Reality gegen Schmerzen helfen? Ganz einfach, in dem sie unserem Kopf starke, positive Reize liefert, die nicht nur ablenken, sondern auch die emotionale Deutung verändern. Nachgewiesen reduziert sich unser Schmerzempfinden dadurch um durchschnittlich ca. 24 Prozent, in manchen Fällen singt Angst und Schmerz sogar um gefühlte 60 Prozent.

Inzwischen gibt es einige Firmen, die sich auf das mindern von Schmerzen via VR spezialisiert haben. Angeboten werden Apps, die speziell für verschiedene Behandlungen entwickelt wurden. Während die einen ganz auf das Eintauchen in eine lustige Spielwelt setzen, erklären manche, wie die Behandlung funktioniert. Im Nationwide Children’s Hospital wurde sogar extra ein eigenes Headset für Kinder hergestellt, um den kleinen Patienten einen erhöhten Tragekomfort zu bieten.

Quellen: dasGehirn, SienceDaily, Applied VR, KHOU

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