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Mit VR zurück nach Düsseldorf anno 1850

Das Museum Schumann bietet derzeit eine virtuelle Zeitreise in das Düsseldorf von Robert und Clara Schumann. Dabei können die Besucher mit einer Virtual-Reality-Brille erleben, wie sehr sich die Stadt in den vergangenen 170 Jahren verändert hat.

Eine Kutsche rumpelt über eine mit Kopfstein bepflasterte Strasse in Friedrichstadt. Statt Unmengen von Autos befinden sich lediglich einige Passanten auf den Wegen; statt grauer Nachkriegsbauten stehen kleine Häuser mit verzierten Fassaden am Strassenrand. Im Jahr 1850, als Robert und Clara Schumann in Düsseldorf wohnten, hatte der belebte Stadtteil noch einen dörflichen Charakter – und diese Welt kann jetzt dank Virtual Reality im Museum Schumann VR entdeckt werden.

Hinter dem Projekt steht die Agentur A4VR in Unterbilk. Es ist nicht das erste Projekt dieser Art für das kreative Duo: Auch eine historische Strassenbahnfahrt durch Köln wurde von den Düsseldorfern kreiert. Dabei entstand bei den Gründern die Idee, für die Landeshauptstadt eine virtuelle Zeitreise zu programmieren. „Wir wollten zeigen, was es in Düsseldorf heute nicht mehr gibt“, erzählt Jan Thiel.

Mit dem Tablet auf den Spuren Schumanns

Jedoch sollte es nicht nur eine Stadttour, sondern mit historischen Personen verknüpft werden. Die Wahl fiel auf das Musikerpaar Clara und Robert Schumann. Die Ausstellung ist in zwei Abschnitte unterteilt: Zunächst werden mithilfe von Augmented Reality die Fakten zum Leben des Künstlerpaares aufbereitet. Dazu bekommen die Besucher ein Tablet, auf dem sie realistische 3D-Animationen von den Schumanns oder deren Zuhause anschauen können, während gleichzeitig ein Audioführer die Hintergründe beleuchtet.

Fahrtwind und Vibrationen aus der Vergangenheit spüren

Im zweiten Teil der Ausstellung können die Besucher eine Virtual-Reality-Brille aufsetzen und in die Rolle von Robert Schumann persönlich schlüpfen. Dabei sitzt der Betrachter zusammen mit Clara Schumann im Breidenbacher Hof, fährt mit einer Kutsche durch das historische Düsseldorf, zum Beispiel am alten Schloss vorbei, darf auch in die Rolle des Dirigenten schlüpfen und bei einem Konzert das Orchester beim Spielen der Rheinischen Sinfonie dirigieren. Das Besondere ist jedoch nicht nur die virtuelle Welt, die man mit der Brille besichtigen kann, sondern die vielen Details, an die die Macher gedacht haben. So spürt man bei der Fahrt mit der Kutsche Fahrtwind und Vibrationen oder riecht im Breidenbacher Hof den Duft des Rosenstraußes auf dem Tisch.

Eine Zeitreise mit Aha-Effekten

Für die realistische Darstellung haben die beiden Zugang zum Stadtarchiv bekommen, um anhand von historischen Darstellungen das vorindustrielle Düsseldorf wiederauferstehen zu lassen. Dabei fanden sie auch einige für sie überraschende Details. „Mich hat es verblüfft, wie grün Oberkassel im Jahr 1850 noch war“, erzählt Michael Albrecht. Aber auch die Geschichte der Schumanns sorgte für einige Aha-Effekte bei den beiden, allen voran ein tragisches Detail. „Ich wusste nicht, dass Robert Schumann versucht hat, sich durch einen Sprung in den Rhein das Leben zu nehmen“, sagt Jan Thiel.

Die Mischung aus Information und Unterhaltung soll dabei eine Alternative zum klassischen Museum sein. „Uns war es wichtig, dass die Informationen nicht zu trocken vermittelt werden“, sagt Michael Albrecht. Er könne sich gut vorstellen, dass Virtual und Augmented Reality irgendwann auch in die Lehrpläne der Schulen integriert würden.

Aber auch in der Düsseldorfer Geschichte gebe es noch einige spannende Ereignisse und Akteure, die die beiden gerne zum Leben erwecken würden. Zum Beispiel Joseph Beuys, die Anfänge von Kraftwerk und den Toten Hosen oder auch die Zeit, in der Peter Kürten alias der Vampir von Düsseldorf sein Unwesen trieb.

Im Rahmen einer Zwischennutzung ist das Museum zunächst bis Ende März geöffnet, gegebenenfalls auch ein wenig länger. Danach könnte die Ausstellung in eines der bestehenden Düsseldorfer Museen integriert werden.

Quelle: rp-online

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