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Mit VR gegen das Lampenfieber

Eine Handvoll VR-Apps widmen sich dem Thema Sprechertraining und simuliert Bühnenauftritte und Workshop-Szenarien. Können die Simulationen dabei helfen, freier zu sprechen, besser zu fokussieren und das Timing genauer einzuhalten?

Der Hamburger Verlag Dashöfer präsentiert in diesen Tagen die neue VR-App Easyspeech, die Menschen die Angst vor einem öffentlichen Auftritt nehmen soll. Der Speaker konfiguriert sich eine virtuelle Umgebung und ein Publikum und hält dann seinen Vortrag.

Im Vergleich zu bisherigen

Easyspeech ist eines von einem knappen Dutzend solcher Werkzeuge, die es inzwischen gibt. Die einfacheren unter ihnen, wie zum Beispiel Beyond Public Speaking von den Beyond VR Studios, arbeiten mit statischen Szenarien und einem eher oberflächlichen Reporting. Andere Plattformen wie Ovation oder Virtual Speech folgen dagegen einem didaktisch aufgebauten Lehrkonzept. Neben dem reinen Simulationsmodus zum unmittelbaren Training eines bestimmten Vortrags haben sie auch Onlinekurse im Programm, die Schritt für Schritt Aussprache, Bühnenpräsenz, Blickkontakt oder sogar den Umgang mit Zwischenrufern lehren.

Ein grosser Vorteil der Onlineplattformen besteht darin, dass man die aufgezeichneten Simulationen auch Trainern, Kollegen oder Freunden zur Verfügung stellen kann, um deren Feedback einzuholen. Eine physische Präsenz beim Speaker ist dafür nicht mehr nötig.

In dieser Liga will auch Dashöfer mitspielen. Die Kurse wurden von einem Sprechtrainer aufbereitet, die KI im Hintergrund kann mit den spezifischen Eigenheiten der deutschen Sprache umgehen und man hat besonderen Wert auf eine gute Optik gelegt, damit das simulierte Szenario möglichst realistisch ist. „Wir haben in den virtuellen Seminarraum keine Avatare, sondern reale Personen projiziert, um eine lebensnahe Situation für die Teilnehmer zu schaffen. Dabei gibt es wie in einem echten Seminar unaufmerksame Zuhörer und Zwischenrufer“, erläutert Fabian Friedrichs, Geschäftsführer von Dashöfer. Gelegentlich klingle sogar ein Handy. Situationen also, die so manchen unsicheren Redner aus der Contenance bringen.

Es geht beim VR-Training um deutlich mehr als um die Verringerung von Lampenfieber. Tools wie Easyspeech zeichnen den Vortrag auf und analysieren diesen. Benutzt man zu viel Füllworte? Verteilt man den Blick gleichmässig über das Publikum? Spricht man zu schnell? All diese Parameter werden ausgewertet und in einem Report zusammengefasst. Der Trainierende kann sich dann daran machen, einzelne Disziplinen gezielt zu verbessern.

Muskelgedächnis für Stresssituationen mit VR fördern

Josephine Lee, eine Sprechertrainerin, die unter anderem auf Ted-Konferenzen über die „Macht des gesprochenen Wortes“ erzählt, antwortet fast immer gleich, wenn sie gefragt wird, wie man ein guter Sprecher wird: üben, üben, üben. Lee sagt, dass es um weit mehr geht, als das Timing zwischen den Folien oder das Finden der richtigen Vortragslänge. „Wer vor Publikum übt, bekommt eine Art „Muskel-Gedächtnis für Stresssituationen“, so Lee. Der Körper gewöhnt sich an die überraschende Adrenalin-Ausschüttung und zeigt weniger Symptome. In der VR kann man so oft üben wie man will.

Wer selbst seine Speakerfähigkeiten verbessern und seine Bühnenangst verlieren will, der kann mit einer VR Brille loslegen. Für Ovation braucht es die Oculus Rift, die HTC Vive oder Windows Mixed Reality. Realspeech von Dashöfer läuft auf der Oculus Go, ebenso wie das Samsung-Angebot namens Be Fearless und Virtual Speech.

Quelle: t3n / presseportal

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