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Murmeltiertag: «Groundhog Day: Like Father Like Son» angespielt

Es ist machmal schon erstaunlich, wie gewisse Spielideen plötzlich aus aus dem Nichts erscheinen und das manchmal auch von grossen Studios wie Sony Pictures. Ein solches Beispiel ist «Ground Hog Day: Like Father Like Son», worüber wir schon berichtet haben. Aus der US-Komödie «Täglich grüsst das Murmeltier» folgt nun 15 Jahre später ein witziges Puzzle-Abenteuer für die virtuelle Realität. Aber warum eigentlich? Wir waren zu Gast bei Sony und den Entwicklern an der Gamescom.

In der Zeitschlaufe gefangen

Der Plot des virtuellen Kultfilm-Nachfolgers ist schnell erzählt. In «Groundhog Day: Like Father Like Son» schlüpft ihr in die Rolle von Phil Connors Jr., dem Sohn von Wettermann Phil Connors aus der Kult-Komödie «Und täglich grüsst das Murmeltier». Er kehrt nach Punxsutawney, Pennsylvania, zurück, um genau wie einst sein Vater in eine Zeitschleife zu geraten. Die Spieler müssen Rätsel lösen und die im Film gezeigte Welt erkunden, um aus dieser Schleife auszubrechen.

«Wir drehen zurzeit keinen neuen ‹Gound Hog Day›-Film», sagt Jake Zim, Senior Vice President der Sony-Pictures-VR-Gruppe gegenüber VR ROOM. Es gehe auch darum, klassische IPs wieder einem neuen Zielpublikum bekanntzumachen. «Damit erweitern wir die Storyline in ein neues Format», so Zim.

Action-Ballerei vs. Geduldsaufgaben

Das eigentliche Gameplay des Murmeltier-Neuauflegers für die virtuelle Realität basiert auf verschiedenen Puzzles, die laut den Entwicklern «einige Spielstunden» in Anspruch nehmen. Der erzählerische Part des Abenteuers scheint eher ein Nebenschauplatz zu sein, weil der Fokus stark auf die Knobeleien gelenkt ist.

Aber wie spielt es sich? Ich war anfangs mit einer Aufgabe konfrontiert, bei der ich mit einer Art «Weltall-Kanone» Kaffeebohnen vom Himmel schiessen musste. Die galt es, möglichst schnell in mehreren aufeinanderfolgenden Salven vom Äther zu holen. Damit nichts danebengeht, muss man aber ein wenig knobeln. Aus Brettern, die ihr mit dem PS Move Controller umdreht, werden Schanzen und Beförderungshilfen, sodass ihr beliebig weiterballern könnt. So oft, bis es eben klappt. Spezielle Punktabzüge bei mehreren Fehlversuchen hat es keine gegeben. Es geht offensichtlich eher um den Spass an Trial and Error, bis die Aufgabe geschafft ist. Neuversuche habe ich demnach beliebig viele. Nebenbei will das Kaffee-Weltall-Spektakel mit effektvollen Explosionen zum Weitermachen animieren.

Bewährte Konzepte, die funktionieren

Bei einem weiteren Puzzle ging es darum, eine Kaffeemaschine von innen zu reparieren. Das krepierte Rohrleitungssystem kann das Wasser nicht mehr richtig befördern. Ungeachtet des Berufsrisikos einer fehlenden Klempnerausbildung wird euch bei dem überdimensional grossen Kaffee-Apparat sogleich die Aufgabe zuteil, diverse Rohrteile umzuschalten und Teilstücke einzufügen, damit die Grütze wieder richtig fliesst. Das hat mich stark an das Neunzigerjahre-Kult-Game «Pipe Mania» erinnert und in mir ein paar Nostalgiegefühle sprudeln lassen. Dennoch hat sich das Studio auch einiges einfallen lassen. Einmal dürft ihr zur Abwechslung auch ein paar grosse Tiergestalten haarscharf entlang der Konturen mit Sprayfarbe befüllen und müsst aufpassen, dass ihr nicht danebenkleckert.

Die Rede ist von «einigen Stunden» Puzzle-Spass. Raúl Rubio, der CEO des Entwicklerteams von Tequila Works prophezeite uns an der Gamescom, dass sich Spieler und Fans zudem auf mindestens acht Stunden narrativen VR Content freuen können. Das Drehbuch mit den Dialogen sei sogar fast 600 Seiten dick gewesen. Das Game sei aber nicht einfach aus dem Nichts geboren worden, so Rubio. Begonnen habe man mit der Entwicklung schon vor gut zwei Jahren.

Raúl Rubio von Tequila Works versichert auch, dass das Spiel mit der Zeit auch schwieriger werde und sich gewisse Rätsel mit neuen Umgebungseffekten wiederholen: also ein bisschen wie im Film, in welchem Phil Connors jeden Tag auf Neue mit ähnlichen Alltagsproblemen konfrontiert ist.

Hands-on: Groundhog Day: Like Father Like Son
An der Gamescom trafen wir unter anderem Raúl Rubio, den CEO und Creative Director bei Tequila Works (ganz links im Bild). Ich durfte das Spiel schon antesten.

Unser Ersteindruck

«Groundhog Day: Like Father Like Son» versprüht einen witzigen Comic-Charme, der mich ein wenig an den VR-Entenjagd-Klassiker «Duck Season» erinnert. Das virtuelle Sequel zum Murmeltiertag bietet einiges an Unterhaltung. Für reichlich Abwechslung ist gesorgt, da wir doch schon einige lustige Puzzles gesehen haben.

Leider hat es auch beim Tracking der Move Controller ein paar Probleme gegeben. So konnte ich die Rohrteile an der Kaffeemaschine nicht richtig einsetzen, weil sich die beiden Handcontroller ständig davonbewegten, was aber der Gamescom auch an dem Setup in der VR-Kabine gelegen haben könnte, weil womöglich ein paar kleine Lichterketten das Tracking gestört haben.

Tequila Works, MWM Immersive und Sony Pictures Virtual Reality werden «Groundhog Day: Like Father Like Son» am 17. September 2019 für PlayStation VR, Oculus Rift und HTC Vive veröffentlichen.