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Live-Konzert aus dem Wohnzimmer

Virtual Reality und Musik – Ein Start-up aus Berlin namens „Granola Studios“ bringt beides zusammen. Der Zuschauer sitzt auf der heimischen Couch, der Event kommt live, 3D-animiert und in Farbe.

Konzerte sind oft überfüllt, man steht in den hinteren Reihen oder hat erst gar keine Karte mehr bekommen. Dominik Faber und Axel Zehden, Gründer von Granola Studios, dem creative tech Unternehmen aus Berlin, wollen das ändern. Ihr Projekt soll es ermöglichen, 3D-animierte Live-Konzerte bequem von zu Hause aus zu geniessen. Dabei können Künstler und Publikum interaktiv aufeinander reagieren, ganz wie beim echten Live-Konzert.

Bereits mit 17 Jahren gründete Faber seine erste Firma „Softgarden“. Die E-Recruiting-App, um Bewerbungen und Jobsuche einfacher zu machen, bot ihm aber nicht genügend kreativen Spielraum. Aus dem Interesse an 3D-Animationen, zum Beispiel in Filmen und Computer-Spielen, entwickelte sich die Idee, Konzerte auf andere Art und Weise zu veranstalten. So gründete er gemeinsam mit Zehden im Juli 2017 Granola Studios.

Zuerst haben sich die Software-Entwickler an zwei Apps ausprobiert. „Marius“, in der man einen kleinen Hasen in einer virtuellen Bücherei spielt, und „Out of Colors“, ein Multiplayer-Game mit Spielzeug-Auto-Rennen. Dann holten sie sich „Mimic Productions“, eine Firma spezialisiert auf die Erstellung von 3D-Charakteren, als Partner an Bord.

Die Künstler werden virtuell kopiert

In einem mehrstündigen Prozess wird im Studio eine virtuelle Kopie eines beliebigen Künstlers erstellt. Dabei wird sein Kopf aus verschiedenen Perspektiven fotografiert und sein Körper vermessen. Später trägt er einen speziellen Anzug, mit Sensoren an allen Gelenken, damit sein 3D-animiertes Ich seine Bewegungen nachahmen kann. Ausserdem wird sein Gesicht gefilmt, damit das Publikum später auch seine Mimik genau erkennen kann. Bei der Show kann der Künstler dann auch die Avatare seiner Fans sehen, auf sie reagieren und auf konzert-übliche, interaktive Weise performen.

Künstler können sich fürs Line-up bewerben

Im März 2019 wird das Unternehmen bereits die ersten virtuellen Shows zusammen mit ausgewählten Musikern aus verschiedenen Genres in Mitteleuropa und den USA streamen. Künstler und Plattenfirmen können sich ab sofort auf der Unternehmenswebsite bewerben.

Das Konzept ist für Künstler allemal interessant: Diese neue Technologie kommt in einer Zeit, in der die Musikindustrie neue Ideen braucht, wie Künstler gefördert und Einnahmen erzielt werden können. Mehr als 43% der Einnahmen der US-Musikindustrie d.h. ca. 17 Milliarden US-Dollar werden immerhin aus dem Verkauf von Eintrittskarten für Live-Konzerte erzielt. Mit diesem Konzept können theoretisch noch mehr Leute erreicht werden.

Quelle: Tagesspiegel, Granola Studios

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