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Wie Saturn Virtual Reality beim Shopping einsetzt

Im Gaming-Bereich gewinnt Virtual Reality an Fahrt – doch taugt die Technologie auch zum Shopping? Der Elektronikhändler Saturn wagt mit einer VR-App den Praxistest.

Die Präsentation von „Virtual Saturn“ in einem Münchner Virtual Reality Center lief gemäss Reportern nicht ganz so technisch einwandfrei über die Bühne, wie es die Macher wohl gerne gehabt hätten.

„Virtual ­Reality Shopping ist heute in etwa so wie Online Shopping 1994“, meint dazu ­Martin Wild, Digitalchef von Mediamarktsaturn. Wild, der als Gründer von Home of Hardware selbst zu den E-Commerce-Pionieren zählt, meint damit einerseits den technischen Stand, andererseits die Marktrelevanz aufgrund der noch recht überschaubaren Verbreitung von VR-Geräten bei den Konsumenten. Dennoch habe sich Mediamarktsaturn dafür entschieden, als einer der weltweit ersten Händler mit ­einer VR-Shopping-App zu starten: Beim Online-Shopping sei man mit dem späten Einstieg 2012 einer der Letzten gewesen. In Zukunft wolle man bei allen Einkaufsinnovationen zu den Ersten zählen und sei beim VR-Shopping Pionier, erklärt Wild.

Virtuelle Kaufabschlüsse sind noch nicht möglich

In zwei virtuellen Umgebungen – einem Loft und einer Raumstation – lassen sich mit „Virtual Saturn“ Elektrogeräte frei im Raum platzieren, von allen Seiten unter die Lupe nehmen und dazu Produktinformationen und Beratung abrufen. Will man ­etwa den Partner fragen, ob der ausgesuchte Fernseher auch wirklich gut ins Wohnzimmer passt, kann man in der virtuellen Realität Bilder aufnehmen und per E-Mail verschicken. In ­einer späteren Version soll mittels Multiuser-Funktion auch ein gemeinsamer Einkauf bei „Virtual Saturn“ möglich werden. Mit Gimmicks wie einem Schwerelos-Modus, der Produkte spacig durch den Raum schweben lässt, bietet die VR-Shopping-App auch Gamification-Elemente, die der Vorreiterrolle der Spielerszene bei der Verbreitung von VR Tribut zollen.

Es gibt noch einige Hürden zu meistern

Gerade für VR-Neulinge ist beeindruckend, was Mediamarktsaturn gemeinsam mit dem Tech-Start-up Innoactive auf den Weg gebracht hat. Die Zahl der verfügbaren Produkte, die für „Virtual Saturn“ aufwendig in 360 Grad ­digitalisiert wurden, liegt erst bei wenigen Hundert, die Steuerung der VR-Shopping-App mit Controllern in beiden Händen ist gewöhnungsbedürftig und Kauf­abschlüsse sind in der virtuellen Realität bislang noch gar nicht möglich, sondern müssen am zugehörigen PC oder per versendetem Link erfolgen.

Pioniergeist – Umsatz ist nicht primär entscheidend

Riesige Umsätze wird Saturn mit der VR-Shopping-App daher zunächst wohl nicht erwirtschaften. Für Mediamarktsaturn-Digitalchef Wild ist das auch gar nicht so wichtig: „Wir wollen für unsere Kunden Zukunftstechnologie erlebbar machen.“ Dafür gehe „Virtual Saturn“ zum Jahreswechsel auf deutschlandweite Tour in 20 Saturn-Märkten. Daneben gehe es ­darum, eine VR-Plattform aufzusetzen, die offen für künftige Weiterentwicklungen sei. Wild denkt dabei neben dem Multiuser-Modus auch an sensorische oder haptische Wahrnehmungsmöglichkeiten, die in einigen Jahren technisch machbar sein sollen. Noch wichtiger sei allerdings die Akzeptanz der Kunden, die letztlich über die Zukunft der VR-Technologie im Handel entscheide.

Quelle: Saturn/ Interworld

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