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VR-Film macht auf Leid indischer Frauen aufmerksam

Mit „Notes to my Father“ wird noch diesen Monat ein bedrückender 360-Grad-Film in der Video-App von Oculus veröffentlicht. Das Werk wurde erstmals im März 2017 auf dem Film-Festival der SXSW gezeigt. In „Notes to my Father“ geht es um eine wahre Geschichte, die auf die Not indischer Mädchen und Frauen aufmerksam machen will. Ramadevi wuchs auf dem Land in einem indischen Dorf auf. Als sie jedoch von ihrem Vater mit einem fremden Mann verheiratet wird, beginnt für sie eine qualvolle Zeit, denn der Ehemann verkauft das Mädchen an Menschenhändler, die sie zwingen, in einem Bordell zu arbeiten.

Der Vater erfährt irgendwann davon und sucht seine Tochter, allerdings ohne Erfolg. Erst nach Jahren kehrt Ramadevi in ihr Dorf zurück, aber für Vater und Tochter ist es sehr schwierig, über das Geschehene zu sprechen. Laut der Regisseurin Jayisha Patel haben sie die Vorfälle nie aufgearbeitet. Jayisha Patel führte Gespräche mit Ramadevi. Diese dienen als Basis für den Text im Film, der von Sneha Jawale gesprochen, denn Ramadevi kann kein Englisch. Sneha Jawale selbst wurde jahrelang von ihrem Mann misshandelt und mit Säure übergossen. Die Regisseurin wollte, dass jemand Ramadevi vertont, der ihr Leid nachvollziehen kann.

„Notes to my Father“ ist knapp 10 Minuten lang und ist im Rahmen der Oculus-Initiative „VR for Good“ entstanden. Dazu schreibt Oculus: „Wir starteten VR for Good 2016 mit zehn aufstrebenden Filmemachern, die wir mit zehn gemeinnützigen Organisationen zusammenbrachten. Gemeinsam setzen sie sich für soziale Projekte ein und erzählen ihre Geschichten in der VR. Jedes Team nahm an unserem VR for Good-Boot Camp teil. Hier gaben Mentoren und Experten praktische Hinweise zur VR-Filmproduktion und unterstützten so die Entwicklung und Umsetzung von Ideen.“

„Notes to my Father“ wurde mit einer hochauflösenden Kamera und in 3D aufgenommen. Dabei entstanden ungewöhnliche Kontraste, da malerische Landschaftsbilder und idyllische Dorfszenen mit dunklen und dreckigen Hintergassen eines Rotlichtviertels vermischt werden. Besonders einprägsam soll eine Szene in einem vollen Zugabteil sein, in der sich der Zuschauer umgeben von Männern befindet und stumm angestarrt wird. Dadurch soll man eine Vorstellung davon bekommen, wie bedroht sich Ramadevi gefühlt haben muss.

Quelle: VRODO

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