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SBB zieht Europapark-Experten zu Rate

Die SBB wollen ihre Bahnhöfe zu einem Erlebnisort machen. Dafür arbeitet sie mit dem Europapark zusammen und übernimmt Ideen von Disney. Gibt es bald interaktive Ausstellungen im Bahnhof?

Die Bahnhöfe sind die Visitenkarte der SBB. Nun soll ein ungewohnter Partner helfen, sie zu verschönern: der Europapark. Spezialisten der SBB haben sich im vergangenen Dezember mit Experten des Freizeitparks im deutschen Rust ausgetauscht – um «Inspiration zu holen», wie es in einem Beitrag des Immobilien-Teams heisst.

Mit Basisleistungen – also etwa Sauberkeit – könne die SBB nicht mehr punkten. «Saubere und sichere Bahnhöfe gelten als Selbstverständlichkeit, werden von uns erwartet und wecken keine Emotionen», schreibt Bruno Lochbrunner, Leiter des konzeptionellen Bahnhofmanagements. «Wir müssen uns noch mehr mit Emotionen, Menschlichkeit und Komfort auseinandersetzen.»

Pianos und Apps

Auf der Suche nach Vorgaben, an die sich ein Freizeitpark halten sollte, sei man auf „Mickey’s 10 Commandments“ gestossen – den zehn Geboten von Disney’s Mickey Mouse. Davon seien vor allem drei auch für die SBB interessant. Erstens sollten Mitarbeitende die Anlagen so oft wie möglich selber besuchen. Zweitens gelte es, alle nonverbalen Kommunikationsformen zu nutzen, wie Farbe, Form oder Textur. Und drittens müsse ein Freizeitpark – oder aus Sicht der SBB ein Bahnhof – eine klare Identität aufweisen.

Erste Schritte habe man bereits gewagt, wie zum Beispiel mit der Platzierung von Pianos in zahlreichen Bahnhöfen der Schweiz, auf denen Passanten spielen konnten. Vergangenen Herbst liessen die SBB zudem Musiker in den Bahnhöfen auftreten. Und auch die App-Funktion „Fast Lane“ für das schnellere Einkaufen wird als Beispiel genannt.

Licht, Farbe, Virtual Reality

Vom Europapark habe die SBB verschiedene Ideen zu Begrünung, Farbe, Licht und Digitalisierung erhalten. Eine erfolgsversprechende Methode sei etwa das Storytelling, um Informationen zu vermitteln.

Noel Ebhart, Sprecher des Europaparks, sagt, eine Möglichkeit, die man mit der SBB besprochen habe, sei «Location Based Entertainment». Darunter werden Anwendungen verstanden, die auf Virtual Reality beruhen. Dabei werden etwa Virtual-Reality-Brillen an einem bestimmten Ort angeboten, mit denen künstliche Räume betreten werden können.

Zudem könnte die SBB in Zukunft vermehrt auf Duft, Geräusche und Licht setzen. «Damit können alle Sinne angesprochen werden», sagt Europapark-Sprecher Ebhart. Die Pendler könnten dank des Europaparks aber auch zum Lernen animiert werden. «Eine weitere Idee ist eine interaktive Wanderausstellung zur Geschichte der Schweizer Bahn, die man an die verschiedenen Grössen der Bahnhöfe anpassen kann», so Ebhart.

Welche Ideen umgesetzt werden und auf welchen Zeitpunkt, ist noch offen. Die Gruppe der SBB sei «sehr interessiert» gewesen, heisst es beim Europapark. Die SBB selbst teilt mit, sie «freue sich, die Öffentlichkeit zu informieren, sobald erste Ideen umgesetzt sind».

Quelle: aargauerzeitung / 20Min

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