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Zuckerberg erntet Shitstorm wegen Virtual-Reality-Katastrophentourismus durch Puerto Rico

Facebook-Chef Mark Zuckerberg macht mit einer Katastrophentourismus-Aktion zu Puerto Rico Werbung für sein Virtual-Reality-Produkt und erntet viel Kritik.

Es war zur Hälfte Katastrophentourismus, zur Hälfte eine Werbeaktion für sein neues Facebook-Tool. Geschäftsführer Mark Zuckerberg und eine weitere Facebook-Mitarbeiterin haben am Montag die überfluteten Strassen von Puerto Rico besucht, virtuell.

Puerto Rico war vor rund drei Wochen schwer von Hurrikan Maria getroffen worden. Dutzende von Personen kamen um, die Strom- und Wasser-Versorgung sowie das Telefonnetz fielen in weiten Teilen aus.

Cartoon Avatare nach Puerto Rico senden

In einem Livestream teleportierten sich die beiden in Form ihrer cartoonartigen Avatare auf die von Hurrikan Maria schwer getroffene Insel. Tatsächlich sassen beide bequem in den Büros ihrer Firma in Kalifornien und trugen Virtual-Reality-Brillen des neuen Facebook Tools Spaces. „Was wirklich magisch an Virtual Reality ist, dass man sich wirklich so fühlt, als sei man an diesem Ort“, so preist Zuckerberg sein neues Produkt vor dem zerstörten Puerto Rico als Kulisse an.

Der Facebook-Gründer erwähnte auch pflichtschuldig die Hilfe, die das soziale Netzwerk Puerto Rico zukommen lässt. Man habe 1,5 Millionen US-Dollar gespendet und arbeite mit dem Roten Kreuz zusammen, um Bevölkerungskarten zu entwickeln, damit die Helfer wissen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird.

Aktion löst Shitstorm aus

Am Ende des kurzen virtuellen Besuchs klatschen sich die beiden noch per High Five in die Hände. Dann geht es per Virtual Reality auf den Mond. Dies wird wohl ein Mitgrund für das mediale Debakel sein. Verschiedenste Autoren betiteln die Story als geschmackslos. Zuckerberg sei ein «herzloser Milliardär» und nutze Naturkatastrophen für seine eigenen Zwecke aus, hiess es unter anderem in den Kommentaren. Dass sich der Facebook-Gründer überdies als Avatar im Cartoon-Stil auf die Karibikinsel portieren liess, prangerte das Technologie-Blog The Verge an. Diese Form sei ganz klar kein idealer Weg, um über Möglichkeiten zu sprechen, wie den Hurrikan-Opfern geholfen werden kann – besonders für einen Milliardär aus dem Silicon Valley, der sein bestes gibt, mit Amerikanern ausserhalb der Tech-Welt in Kontakt zu bleiben.

Zuckerberg hat sich für dieses Jahr vorgenommen, alle Gliedstaaten der USA zu bereisen.

 Quelle: Neues Deutschland / NZZ

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