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Der Europa-Park wagt sich noch weiter in die virtuelle Realität

Mit «Yullbe» eröffnet der Freizeitpark Europapark nahe der Schweizer Grenze ein völlig neues Erlebnis. Die Technik soll dereinst auf der ganzen Welt zum Einsatz kommen, hoffen die Betreiber.

Virtual Reality Brillen auf Rollercoaster, das war gestern und ist es immernoch heute. Nun geht der Freizeitpark Europapark einen Schritt weiter in die Zukunft. Die neueste Attraktion des Europa-Parks ist in vielerlei Hinsicht eine neue Erfahrung. Während im bisherigen Park bis ins Detail gestaltete reale Welten entwickelt wurden, entstand die Realität von «Yullbe» am Computer: Es ist ein Virtual-Reality-Erlebnis, das die Besucher durch abenteuerliche Szenerien führt.

 Weltweit bislang leistungsfähigste Free-Roaming-Virtual-Reality-Projekt

Man geht entlang furchterregender Klippen und über sich vertikal drehende Brücken. In Tat und Wahrheit befindet sich der Besucher in einem kahlen, 250 Quadratmeter grossen Raum, wird überwacht von 90 Kameras und unzähligen Sensoren. Der Rundgang durch die virtuelle Welt fühlt sich aber so real an, dass man auf wackligen Füssen unterwegs ist. Eingebaut in das Erlebnis wurden spezielle haptische Erlebnisse. Beispielsweise eine Art Geländer, das in der virtuellen Welt eine stattliche Mauer ist. Solche Elemente sollen den Besuchern Sicherheit verleihen.

Mit dem Virtual-Reality-Projekt «Yullbe» begibt sich der Vergnügungspark auf Neuland. Es ist das nach eigenen Angaben weltweit bislang leistungsfähigste Free-Roaming-Virtual-Reality-Projekt. Bis zu 32 Personen können gleichzeitig «getracked» werden, je acht gleichzeitig in einer Welt. Wegen Corona schleust der Park aber zu Beginn nur vier Personen gemeinsam durch den halbstündigen Ausflug. Im besten Fall, in der Post-Corona-Zeit, können damit 48 Personen pro Stunde auf virtuelle Entdeckungstour gehen – eine sehr kleine Zahl für Europa-Park-Verhältnisse.

Kurzurlaubsdestination zum Ziel

Die neue Attraktion, die ausserhalb des Freizeitparks direkt neben der im vergangenen Jahr eröffneten Wasserwelt «Rulantica» platziert ist, richtet sich damit auch gar nicht an die normalen Tagesbesucher des Freizeitparks. Vielmehr setzt das Unternehmen sein Bestreben fort, zu einer «Kurzurlaubsdestination» zu werden, wie es Dieter Borer, Repräsentant Schweiz des Europa-Parks, nennt. Die Besucher sollen mehrere Tage bleiben und in den parkeigenen Hotels übernachten.

Wer sich in «Yullbe» für eine halbe Stunde in eine Art «Iron Man» verwandeln will, was durchaus viel Spass macht, muss 29 Euro hinblättern. Der Grund für den stolzen Preis ist in den hohen Kosten zu suchen. Alleine die Technik, die in Helm und Rucksack sowie den Sendern an Hand- und Fussgelenken steckt, kostet pro Besucher rund 15’000 Euro.

Das grosse Geld macht der Europa-Park mit der Attraktion vor Ort damit nicht. Das ist aber auch gar nicht das Ziel. Vielmehr ist die Attraktion ein Experimentierfeld, um in einen neuen Markt vorzustossen. Entwickler Thomas Wagner, Mitgründer der Firma VR Coaster, spricht von einem «Riesenmarkt». Die Technik soll künftig an Freizeitparks auf der ganzen Welt verkauft werden, aber auch an Einkaufszentren oder beispielsweise Museen. Rund eine Million Euro müssen Interessierte bezahlen für die Technik. Die Produktion der virtuellen Welt kostet dann noch zusätzlich. Vorstellbar sind künftig Ausflüge in die Welt der Dinosaurier in potenten naturhistorischen Museen, erlebbare Geschichte oder einfach nur unterhaltsame Abenteuer in Fantasie-Universen. In welcher Form es «Yullbe» in Zukunft geben wird, ist noch unklar. Das aktuelle Projekt im Europa-Park ist vorerst auf drei Jahre angelegt.

Quelle: bazonline

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