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Kunsthalle München: Reise zwischen Realität und Illusion

Schein oder Sein? Um diese Frage kreist die Münchener Ausstellung „Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality“. Die Besucher erwartet ein überraschendes Spiel mit ihrer Wahrnehmung.

Auf unser Auge allein ist kein Verlass. Die digitale Bildbearbeitung ist mittlerweile so perfekt, dass genaues Hinsehen nicht ausreicht, um wissen zu können, womit wir es zu tun haben: Fakt oder Fiktion. Das ist kein neues Phänomen: Optische Täuschungen, Illusionen, visuelle Tricksereien und Fälschungen gab es schon immer – besonders in der Kunst. Seit der Antike spielen Künstler mit unserer Wahrnehmung und beweisen ein ums andere Mal, wie einfach wir zu täuschen sind. Mit Beispielen aus Malerei, Skulptur, Video, Architektur, Design, Mode und interaktiver Virtual-Reality-Kunst bietet eine neue Ausstellung in der Kunsthalle München einen höchst unterhaltsamen Parcours durch die (Kunst-)Geschichte von Schein und Illusion.

Für die Jetzt-Zeit bietet die Ausstellung vier Mal Virtual Reality. Kunsthallen-Direktor Roger Diederen: „Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben, das zu bekommen.“ Die VR ist die vorerst letzte Entwicklung in der jahrtausendealten Geschichte der optischen Täuschung in der Kunst.

Ein spektakuläres Objekt stammt von der amerikanerischen Performance-Künstlerin Lauri Anderson. Sie hat einen Raum für Virtual Reality geschaffen, in dem Besucher durch eine künstliche Welt fliegen, welche mit Kreide bemalt sind.

In einem anderen Raum dürfen Besucher in der künstlichen Realität auf einem dünnen Brett auf einem Hochhaus laufen. Da kommt Panik auf – viele geben auf. „Ich hör auf.“ Dabei besteht real überhaupt keine Gefahr. Diederen über seine Ausstellung: „Auf das Auge ist kein Verlass.“

Die Freude der Ent-Täuschung

Oft sind es schon die kleinen Irreführungen, die überraschen und amüsieren. Ein Kohlkopf entpuppt sich als Porzellanterrine. Was ein gefaltetes Herrenhemd zu sein scheint, ist tatsächlich meisterhaft detailreich in Marmor gehauen. Eine Lichtinstallation ist so geschickt konstruiert, als blicke man, in einen Raum von unendlicher Tiefe. Die Freude ist immer genau dann besonders groß, wenn wir zwar wissen, dass wir es mit einem Trick zu tun haben, aber trotzdem immer wieder darauf reinfallen.

Die Ausstellung „Lust der Täuschung“ ist seit Freitag, 17. August, geöffnet und läuft bis zum 13. Januar.

Quelle: DW / Bild / Kunsthalle München

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