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Virtual Reality-Projekt: Pariser Attentat vom 9.1.2015 aus der Sicht von Geiseln

Am 9. Januar 2015, zwei Tage nach dem Anschlag auf die Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo„, gab es eine terroristische Geiselnahme in dem jüdischen Supermarkt „Hyper Cacher“ in Paris. In dem 360° Video-Projekt „Berlin Paris Terror“ werden die Geschehnisse aus der Perspektive von drei Geiseln des Pariser Attentats erzählt.

Der Täter erschoss in dem kleinen Supermarkt vier Menschen und nahm die anderen Anwesenden stundenlang als Geiseln.

Was diese Geschichte besonders und langfristig erinnerungswürdig macht, sind die genauen Umstände der Geiselnahme. Fast wie in einer Widerkehr der NS-Geschichte verstecken sich mehrere Juden über Stunden im Keller. Der Geiselnehmer fragt alle Anwesenden nach ihrer Religion. Eine Geisel ist Katholik – wurde sie deshalb verschont?

Was geschieht mit Menschen, die im Dunkeln die vielleicht letzten Minuten ihres Lebens abzählen? Wie schafft man es, Mensch zu bleiben und sich auch schützend vor andere zu stellen? Woher kommt die Kraft, die einen dann noch trägt? Der inhaltliche Schwerpunkt des Projektes liegt dabei auf dem Thema Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft, als eine Möglichkeit, wie die Gesellschaft den Herausforderungen des Terrors begegnen kann.

Der Film gibt auf eine eindrückliche Weise einen kurzen Einblick.

Bereits im Dezember hat der WDR mit der neuartigen Erzählform, dem 360° Video das Thema Terror aufgearbeitet.

VR-Projekt kombiniert reale Bilder mit animierten

Im Zentrum war der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016. Dieser wurde aus der Perspektive von drei Ersthelfern erzählt. Der WDR setzt neben den dokumentarischen Schilderungen von Zeugen und Opfer vor allem auf den Einsatz von gezeichneten 360-Grad-Animationen, die die Empfindungen journalistisch und künstlerisch übersetzen sollen.

„Wir wollen eindringlich sein aber nicht verschrecken“, beschreibt Projektleiter Maik Bialk die erzählerische Gratwanderung. „Ganz bewusst haben wir dabei auf verstörende Handy-Videos von Augenzeugen verzichtet.“

Der WDR hat in den letzten Monaten bereits mehrere große journalistische VR-Projekte veröffentlicht. So gewann in diesem Jahr „360 Grad Kölner Dom“ den Grimme-Online-Award 2017, „Inside Auschwitz“ erhielt in diesem Jahre den Webvideopreis Deutschland und war ebenfalls für den Grimme-Online-Award nominiert.

Quelle: WDR / Presseportal / Youtube

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